Chefarzt im Interview

Sana Klinikum Offenbach: „Corona-Patienten sind deutlich jünger“

„Die Station war wiederholt voll belegt“, sagt Dr. Haitham Mutlak.
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„Die Station war wiederholt voll belegt“, sagt Dr. Haitham Mutlak zur aktuellen Corona-Situation im Sana Klinikum Offenbach.

Dr. med. Haitham Mutlak, Chefarzt im Sana Klinikum in Offenbach, spricht über die Auslastung der Stationen aufgrund des Coronavirus, sowie über die Altersverschiebung bei Corona-Patienten.

Offenbach – Bundesweit spitzt sich die Lage auf den Intensivstationen der Krankenhäuser zu. Wie sieht es am Sana-Klinikum Offenbach aus ? Nachgefragt bei Chefarzt Dr. med. Haitham Mutlak:

Wie viele Intensivbetten sind derzeit im Sana-Klinikum belegt?

Das Sana-Klinikum Offenbach betreibt auf zwei Intensivstationen insgesamt 38 Intensivbetten mit der Möglichkeit einer maschinellen Beatmung, von denen 21 auf der gesonderten Corona-Intensivstation für an COVID-erkrankte Patienten vorgehalten werden. Die Auslastung schwankt von Tag zu Tag deutlich, sodass insbesondere die Station wiederholt voll belegt war.

Corona in Offenbach: Jüngere Corona-Patienten sorgen für niedrigere Sterberate

Ist es tatsächlich so dramatisch, wie es in der bundesweiten Berichterstattung dargestellt wird?

Die Lage ist weiterhin sehr ernst. Als Klinikum der Maximalversorgung und Level-1 Krankenhaus für das Versorgungsgebiet Stadt und Kreis Offenbach ist das Sana Klinikum für die Notfall- und Akutversorgung von Patienten ununterbrochen verantwortlich, die eine sofortige Behandlung benötigen, wie zum Beispiel bei Schlaganfall, Herzinfarkt, Polytrauma und Hirnblutungen. Je nach aktueller Belegungssituation auf der Corona-Intensivstation kommt es vor, dass keine ausreichenden Intensivkapazitäten zur Verfügung stehen und deshalb – sofern es aus medizinischer Sicht notwendig und möglich ist – Patienten im Sinne einer bestmöglichen Versorgung punktuell in andere Krankenhäuser verlegt oder umgekehrt aus anderen Kliniken im Sana-Klinikum aufgenommen werden müssen.

Unterscheidet sich die derzeitige Lage von der ersten und zweiten Welle? Sind die Patienten jünger, die Verläufe schwerer?

Im Gegensatz zur zweiten Welle beobachten wir derzeit ein deutliches Absinken des Altersdurchschnitts. Die zu versorgenden COVID-Patienten sind insgesamt deutlich jünger also weit unter 70 Jahre alt. Die Patienten sind ebenfalls schwer erkrankt, überleben aber die intensivmedizinische Therapie was sich an Hand von deutlich niedrigeren Sterberaten ausdrückt. Die Behandlungsdauer liegt aber im Bereich von 14 bis 21 Tagen.

Die Fragen stellte Matthias Dahmer.

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