Zum Qualmen nie mehr vor die Hoteltür

Susanne und Daniel Schaaf präsentieren stolz ihr neu gegründetes Internetportal „Raucher auf Reisen“.Foto: Georg

Offenbach - Raucher haben eine Sonderstellung unter den Diskriminierten. Aus dem früheren Statussymbol ist binnen weniger Jahre ein Makel geworden. Nun gibt es neue Hoffnung für die Zigarette und ihre Jünger: Die Wahl-Offenbacher Daniel und Susanne Schaaf haben ein Internet-Portal für reisende Raucher gegründet. Zumindest die Flucht vor den alltäglichen Drangsalierungen soll wieder vergnüglich werden.

Aus eigener Leidenserfahrung entstand die Idee, eine Service- und Informationsplattform zu bieten. „Wer einmal in Kälte und bei Nieselregen vor einem Fünf-Sterne-Hotel rauchen musste, weil das drinnen verboten ist, will das nicht noch einmal erleben“, sagt Susanne Schaaf. Die 44-jährige gelernte Journalistin arbeitet auch als Fraktionsassistentin der Freien Wähler Gemeinschaft. Ihr 42-jährige Mann ist freiberuflicher Unternehmensberater.

„Raucher auf Reisen“ bietet nicht nur Reise- und Ausgehtipps für Freunde des Glimmstengels. Wer direkt über die Seite bucht, verschafft dem kinderlosen Paar eine Provision. „Die ersten Abschlüsse hatten wir bereits.“ Vorläufig allerdings bleibt das Portal wohl eine zeitaufwendige Nebenbeschäftigung.

Auch wenn Raucher die primäre Zielgruppe darstellen, wollen die Initiatoren Nicht-Raucher keinesfalls ausschließen. „Es geht um ein Miteinander von Rauchern und Nicht-Rauchern, um gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz“, betonen die Macher. „Ziel ist eine Community, in der sich Raucher und Nichtraucher austauschen und gegenseitig Tipps geben.“

Diese Möglichkeit bietet unter anderem ein Forum, in dem sich Diskutanten zum Beispiel über Passivrauchen austauschen oder daran erfreuen, dass der neue US-Präsident Barack Obama doch auch Raucher sei. Die Erfahrungsberichte der Nutzer sind neben den allgemeinen Länderinformationen wichtiger Bestandteil der Plattform.

Wer bloß eine Reise buchen möchte und sich nicht an der in vielen Facetten geführten Debatte über das Pro und Contra des Rauchens beteiligen möchte, wird ebenfalls fündig. Die Kooperation mit bekannten Portalen wie „hrs.de“ und „hotel.de“ bieten die von Nutzern erwartete Seriosität.

Die Idee der Offenbacher, speziell auf die individuellen Bedürfnisse der Raucher einzugehen, ist neu. Insbesondere Hinweise darauf, wie raucherfreundlich ein Hotel ist, finden sich sonst nicht gebündelt im Internet. Somit ist nicht verwunderlich, dass in den ersten sechs Wochen bereits 2 500 Interessenten die konkurrenzlose Plattform ein- oder mehrmals angeklickt haben.

Raucher dürfen also, solange sie noch können, aufatmen. Und wer gleich buchen möchte, der Experte empfiehlt als Reiseziel für Raucher: Rumänien, Ägypten und den gesamten arabischen Raum. Mehr Schwierigkeiten hätten Raucher in Kanada, Australien oder den USA.

http://www.raucher-auf-reisen.de

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