Quartierszentrum im Neubaugebiet

Bäckerei, Kiosk, Arztpraxis

+
Die Luftaufnahme zeigt den Standort des künftigen Quartierszentrums im Wohngebiet An den Eichen (roter Kreis). Mittlerweile ist die Baugrube ausgehoben.

Offenbach - Das Neubaugebiet An den Eichen ist bisher eine reine Wohngegend, es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten. Das soll sich ändern: Es entsteht ein Quartierszentrum mit drei Läden. Gestern war Spatenstich. Von Veronika Schade 

Idyllisch im Grünen, schön ruhig und trotzdem nah genug an der Stadt, loben die Befürworter. Weit ab vom Schuss, schlecht angebunden und ohne jede Nahversorgung, finden die Kritiker. Beim Neubaugebiet An den Eichen gibt es selten eine neutrale Haltung. Den Kritikern dürfte bald zumindest im letzten Punkt der Wind aus den Segeln genommen werden: Das Viertel bekommt einen neuen Mittelpunkt – ein Quartierszentrum mit Wohnungen und Ladenflächen.

Gestern war Spatenstich für das dreigeschossige Gebäude, das sich unmittelbar an der Endhaltestelle der Buslinie 103 befinden wird, in der Straße Am Anger, kurz vor dem Kreisel. Bauträger ist die Firma Fischer Hausbau aus dem osthessischen Hohenroda, die An den Eichen sowie in Rumpenheim An den Lachwiesen bereits 260 Wohneinheiten gebaut hat. Mitte 2012 hat sie die ersten Grundstücke für Mehrfamilien- und Reihenhäuser im ehemaligen berüchtigten Stadtteil Lohwald erworben und gestaltet das Viertel seitdem maßgeblich mit. „Seit 1. Oktober haben wir eine feste Niederlassung in Offenbach“, freut sich Geschäftsführerin Heike Fischer. Klar, sie liegt mitten im Neubaugebiet.

OPG-Chefin Daniela Matha, Oberbürgermeister Horst Schneider, SOH-Geschäftsführer Peter Walther und Gerd Fischer von der Firma Fischer Hausbau beim Spatenstich fürs Quartierszentrum.

Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG, die das Areal vermarktet, sieht mit Genugtuung die Entwicklung zum „guten Wohngebiet“. Die Anfänge seien zum Teil schwierig gewesen, die Vermarktung zunächst schleppend verlaufen. „Wir haben lange dafür gearbeitet, dass sich das Gebiet so entwickelt, wie es sich heute präsentiert.“ Mittlerweile sind 90 Prozent des ersten, südlichen Bauabschnitts verkauft. Die Vermarktung des zweiten, nördlichen Abschnitts zwischen der Straße An den Linden und der Bahnlinie beginnt im nächsten Jahr.

Kein klassischer Einkaufsmarkt

Fischer Hausbau habe sich als zuverlässiger Partner und Investor erwiesen, das Quartierszentrum werte das Gebiet nochmals deutlich auf. „Wir haben lange intern überlegt, was wir mit diesem Grundstück machen“, so Matha. Ein klassischer Einkaufsmarkt sei aufgrund der Nähe zur Mühlheimer Straße und deren Angeboten nicht in Frage gekommen, aber „ein bisschen Nahversorgung“ durchaus erwünscht.

Dieses energieeffiziente Quartierszentrum soll auf einer Fläche von 1700 Quadratmetern über elf Drei- bis Fünf-Zimmer-Eigentumswohnungen sowie drei Ladenlokale verfügen. 3,5 Millionen Euro investiert Fischer Hausbau in das Vorhaben. Vier Wohnungen, davon zwei große Penthousewohnungen, sind bereits verkauft.

Wer die drei 119 bis 168 Quadratmeter großen Ladenflächen bezieht, steht noch nicht fest. Denkbar sind laut Architekt und Bauentwickler Gerd Fischer eine Bäckerei, ein Kiosk und eine Arztpraxis. Seine Firma will Eigentümer der Ladenflächen bleiben und diese vermieten. „Einige Anfragen hat es schon gegeben“, sagt Heike Fischer.

Oberbürgermeister Horst Schneider freut sich über den neuen Mittelpunkt des Viertels und dass dort Wohnungen bereits „vom Plan weg“ verkauft wurden. Für ihn ein klares Indiz dafür, dass der „Zug in den Kern der Metropolregion“ anhalte, Offenbach zukunftsfähig sei. Auch Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung: „Dieses Jahr war für das Gebiet sehr erfolgreich.“

Das bedeuten Immobilien-Codes wirklich

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Etwa 350 Menschen leben dort bereits, bis zu 650 Einwohner können es im ersten Bauabschnitt werden. Im zweiten könnten nochmals 400 bis 500 dazukommen. Für das Gebiet mit mehr als 1000 Bewohnern, darunter viele junge Familien, werden immer wieder Stimmen für eine Kindertagesstätte laut. Geplant ist eine solche Einrichtung derzeit laut OPG nicht. Gleichwohl sei ihr Bau auf längere Sicht nicht ausgeschlossen. „Eine Kita wäre hier sinnvoll“, findet auch Heike Fischer und kann sich durchaus vorstellen, ihre Firma mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Derzeit gibt es für sie aber noch viel anderes zu tun An den Eichen: Ein Mehrfamilienhaus und Reihenhäuser werden in Kürze übergeben. An der Eichenallee beginnt im Frühjahr der Bau eines Wohnhauses. Zudem erwarb Fischer Hausbau die Grundstücke vis-à-vis des künftigen Quartierszentrums und plant dort vier ähnliche Mehrfamilienhäuser mit etwa 27 Wohneinheiten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare