„Rad Race“ im Hafen

Selbst Könner scheitern am Kopfsteinpflaster

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Offenbach - Beim Radrennen „Rad Race“ im Offenbacher Hafen sind 56 Männer und vier Frauen an den Start gegangen. Im K. o. -System wurde auf einer 220 Meter langen Strecke der schnellste Sprinter auf dem Rad gesucht. Von Jakob Sänger

Regen, Kopfsteinpflaster, schmale Reifen und hohe Geschwindigkeit: Dass das nicht zusammen passt, merkte auch der Bahn-Weltmeister von 1994, Andreas Bach, am Samstag beim Rad Race im Hafen. Beim Kopf-an-Kopf-Rennen um den besten Platz musste er sich nicht zuletzt den Bedingungen geschlagen geben.

„Das ist eben auch das Besondere eines solchen Rennens: Da verliert ein Goldmedaillen-Gewinner mal eben gegen einen Straßenfahrer. Das ist, wie wenn Messi auf dem Bolzplatz verliert“, schmunzelt Veranstalter Ingo Engelhardt. Gemeinsam mit neun Freunden hatte er das Rad Race unter dem Motto „Stop Racism - Start Raceism“ ins Leben gerufen. Mitfahren konnte jeder: Sowohl Rennräder, Fixed Gears und Mountainbikes rasten mit bis zu 62 km/h über den glitschigen Untergrund. In den Vorläufen traten je vier Rennfahrer gegeneinander an. Die zwei besten qualifizierten sich entsprechend für die Runde der letzten 32. Anschließend rollten jeweils nur noch zwei Fahrer gemeinsam von der hölzernen Startrampe. Der bessere kam eine Runde weiter.

Die widrigen Bedingungen sorgten dabei für die ein oder andere Überraschung: „Bei dem Regen waren besonders die Wechsel zwischen Asphalt und Kopfsteinpflaster sehr schwierig. Deshalb kam es zu zwei, drei Stürzen“, gibt Engelhardt zu. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Bilder vom Rad Race im Hafen

Rad Race im Hafen Offenbach

Der Mitveranstalter, der nach euphorischer Moderation des Halbfinals zwischen dem späteren Sieger Max Höflich und dem Mountainbiker Constantin Kolb gefühlt einen genauso hohen Puls hatte wie die Fahrer, sah im Anschluss ein nicht weniger spannendes Finale. Knapp schlug Höflich Christian May vom Bundesliga-Team „Heizomat“ um 0,08 Sekunden. Höflich sicherte sich in 18,31 Sekunden zusätzlich den Preis für die schnellste Zeit des Tages: Eine Kiste Bier.

„Das Feedback der Fahrer und Zuschauer war extrem positiv. Wir hoffen, das Rennen nächstes Jahr wieder austragen zu können“, sagt Engelhardt. Doch das Ganze hat einen Haken: Die Strecke fällt wohl der Hafenbebauung zum Opfer. „Notfalls ziehen wir den Termin etwas vor“, macht Engelhardt deutlich, dass er unbedingt eine Neuauflage will.

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