Beschilderung der Radwege

Grünes Licht für neue Schilder

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Die Argumente der Opposition waren vergebens. Das Parlament stimmte mehrheitlich für eine runderneuerte Beschilderung der Radwege – wenn’s im Finanzhaushalt darzustellen ist. Die bisherige Beschilderung der Radwege entspricht nicht mehr den Empfehlungen. Die neuen kosten nahezu 300 000 Euro.

Offenbach - Die Argumente der Opposition waren vergebens. Das Parlament stimmte mehrheitlich für eine runderneuerte Beschilderung der Radwege – wenn’s im Finanzhaushalt darzustellen ist. Von Martin Kuhn 

Weit mehr als hundert Kommentare auf op-online.de , geradezu flehende oppositionelle Appelle in der Sitzung der Stadtverordneten. Dennoch votierte die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern für eine Magistrats-Vorlage, um das lokale Radwegenetz entsprechend neuer Richtlinien auszuweisen. Die Kosten sind mit annähernd 300.000 Euro beziffert. Ergänzt wurde das zu Beginn der Sitzung mit einem Passus: Die Arbeiten starten erst, wenn die Erhöhung des kommunalen Anteils von 121.900 auf jetzt 219 500 Euro „dargestellt werden kann“. Hinzu kommen die jährlichen Folgekosten für die Gesamtmaßnahme, die mit gut 38.000 Euro angegeben sind.

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Dafür gibt es an 270 Stellen im Stadtgebiet 975 neue Hinweise. Begründung für den kompletten Austausch: Die bisherige Beschilderung sei unvollständig, entspreche nicht mehr den aktuellen Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen und solle den neueren Wegweisern in umliegenden Gemeinden angepasst werden. Bauliche Maßnahmen sind an 16 Standorten notwendig. Sie bestehen aus „Änderungen an Asphalt- oder Plattenbelägen,   Bordabsenkungen, -umsetzungen oder -vorziehungen sowie dem Ein- oder Ausbau von Begrenzungs- und Schutzelementen, Markierungsarbeiten, Beschilderungsergänzungen nach StVO und Anpassungen an Lichtsignalanlagen und Nachrüstung der Steuergeräte“.

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Abseits der üblichen verbalen Rollenspiele (Christoph Rupp, CDU: „Die zwanghafte Beglückung von Menschen ist Propaganda.“) ging es vorrangig um die richtige Reihenfolge bei der Förderung des Radverkehrs. So argumentierte Edmund Flößer-Zilz für die Grünen, dass der Radverkehr einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten soll, ein Schritt sei die ordentliche Ausweisung – gerade für Neubürger.

Für Michael „Mike“ Maier ist das gesamte Ansinnen „Humbug“ und nicht weiter als ein „Luxusantrag“. „Zunächst muss der Weg in Ordnung sein. Dann folgen die Schilder“, formulierte der Christdemokrat und erwähnte ein morgendliches Erlebnis: In der Bürgeler von-Behring-Straße geriet Maier mit seinem Rad in ein üppiges Schlagloch: „Der Reifen war platt...“

Für Oliver Stirböck machte der von der Koalition nachgereichte Änderungsantrag zur Finanzierung die Sache nur „unwesentlich“ besser. Man solle nochmals nachdenken, „ob wir diese neue Schilderung überhaupt brauchen“, fragte der FDP-Fraktionschef die anderen gewählten Volksvertreter. Nach seinen Worten sei der städtische Anteil von 220.000 Euro, der ohnehin per Kredit zu finanzieren ist, an anderer Stelle besser aufgehoben: „Geld, das beispielsweise bei der Schulsanierung fehlt.“ Noch weiter geht Hans-Joachim Münd (Republikaner). Er hält die neuen Richtungsanzeigen „überflüssig wie einen Kropf“ und merkte an: „Die Offenbacher Radler kennen ihre Wege.“

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