Ärger über Radler-Regelung

Unnötige Gefahrenquelle im Eifelweg 

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Nicht nur verkehrsplanerisch unsinnig, sondern auch höchst gefährlich ist die Regelung am Eifelweg, wo es so eng und unübersichtlich ist, dass Autofahrer in der Einbahnstraße entgegenkommende Radler weder sehen noch ihnen ausweichen können.

Offenbach - Die Freigabe von Einbahnstraßen für Radler, ein Projekt mit eindeutig grüner Handschrift, das derzeit in der Stadt vorangetrieben wird, steht nach wie vor in der Kritik. Von Matthias Dahmer 

Vorläufiger Höhepunkt ist eine Regelung auf der Rosenhöhe, die nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich ist. Der beschauliche Eifelweg ist nicht das, was man eine stark frequentierte Piste nennen kann. Doch das Sträßchen, das im westlichen Abschnitt für wenige hundert Meter eine Einbahnstraße vom Eichwald- zum Lauterbornweg ist, darf als kleines, aber feines Beispiel gelten: als Mahnmal dafür, wie an verkehrsplanerischen Ideologien ohne Rücksicht auf tatsächliche Gegebenheiten festgehalten wird.

Die Situation: Autofahrer, die vom Eichwaldweg in den Eifelweg fahren, befinden sich in einer ohnehin schmalen Einbahnstraße, auf der am rechten Rand ohne Einschränkung geparkt werden darf. Kurz vor der Mündung in den Lauterbornweg verläuft die Straße in einer scharfen Linkskurve. Zu sehen, ob jemand entgegenkommt, ist für den Autofahrer ebenso unmöglich wie für den Radler, dem es seit Kurzem erlaubt ist, vom Lauterbornweg die Einbahnstraße in Gegenrichtung zu befahren. Mehr noch: Wegen der parkenden Fahrzeuge ist es auch bei größter Rücksichtsnahme ausgeschlossen, dass Autofahrer entgegenkommenden Radfahrern ausweichen können.

Peter Treml, Anwohner auf der Rosenhöhe, kann nur den Kopf schütteln über eine Regelung, die er für eine potenziell tödliche Gefahrenquelle hält, welche ohne Not geschaffen worden sei. „Ich habe schon zweimal einen Unfall mit entgegenkommenden Radfahrern – unter anderem Kinder – trotz vorsichtigster Fahrweise gerade noch verhindern können“, sagt er. Und: „Ich bin gespannt, wann dort der erste wirklich schwere Unfall passiert, denn der ist programmiert.“ Treml prognostiziert, dann werde ein Halteverbot mit entsprechenden Schildern am Ende des Eifelwegs eingeführt. „Wofür sich die Anwohner bestimmt ganz herzlich bedanken werden“, meint er sarkastisch.

Autofahrer bilden größtes Ärgernis für Radler

Der Anwohner liegt wohl ziemlich richtig, was die künftige Verkehrsregelung angeht. Das lässt sich zumindest dem entnehmen, was der mit dem Problem konfrontierte städtische Radverkehrsplaner Rolf Schmidt als wahrscheinlichste Lösung avisiert: Die Regelung im Eifelweg sei zwar nach den geltenden Richtlinien gefunden, doch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer habe Priorität, sagt er. Er werde sich die Situation deshalb nochmal zusammen mit Vertretern des Straßenverkehrsamts anschauen und danach entscheiden. Entweder werde ein Parkverbot in der Kurve eingerichtet oder das Befahren gegen die Einbahnstraße zurückgenommen. Bei Letzterem sei zunächst jedoch zu bedenken, dass die Stadt dem Bund das Fördergeld für Installation und Markierung zurückzuzahlen habe.

Darüber hinaus befürchtet Planer Schmidt, dass mit der Rücknahme der Regelung ein Präzedenzfall geschaffen werde und man dann auch in anderen Fällen nachgeben müsse. Deshalb lässt er nicht gelten, dass Radler ohne Umweg mühelos über den Lauterbornweg die östliche Rosenhöhe erreichen, die Regelung am Eifelweg mithin überflüssig ist. Rolf Schmidt macht keinen Hehl daraus, dass sich die Freigabe der Einbahnstraßen für Radler zu einem unangenehmen Job entwickelt hat. „Das Problem ist, dass es zur Freigabe von Einbahnstraßen ganz, ganz viele Meinungen gibt.“ Angesichts des erklärten Ziels, Nahmobilität und Radverkehr zu fördern, plädiert der Planer für einen „Mentalitätswandel“ besonders bei Autofahrern. Etwa 45 Einbahnstraßen-Abschnitte sind in Offenbach bereits für den Radverkehr freigegeben. Die Öffnung weiter 35 Einbahnstraßen in der Kernstadt läuft.

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