Konzert

Rammstein-Sänger in Offenbach: Till Lindemann wirft Tiere in die Menge

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Konzert in Offenbach: Die Band "Lindemann" trat in Rammstein-Manier auf.

Für das Konzert von Till Lindemann in der Stadthalle Offenbach gab es keine Tickets für Minderjährige - warum, macht der Rammstein-Sänger schon beim ersten Song klar.

  • Rammstein-Sänger Till Lindemann gibt Konzert in der Stadthalle Offenbach
  • Publikum sieht viel nackte Haut
  • Sänger schmeißen mit Fisch und Torten um sich

Offenbach – Schon mit seiner Hauptband Rammstein weiß Sänger Till Lindemann zu provozieren. Vergangenen Sommer tourte die sechsköpfige Band durch Deutschland und füllte die Stadien. Zusatzkonzerte sowie die Nordamerika-Tour stehen in diesem Jahr noch an. Doch was passiert, wenn sich der Sänger einem kleineren Projekt widmet? Die Antwort lautet: Es gibt den Rammstein-typischen Wahnsinn in übersteigerter Form. 

Stadthalle Offenbach: Till Lindemann tritt mit schwedischem Metal-Musiker auf

Zusammen mit dem schwedischen Metal-Musiker und Komponisten Peter Tägtgren hat der Rammstein-Sänger Till Lindemann unter seinem Nachnamen 2015 die Platte „Skills In Pills“ veröffentlicht. Dass Lindemann hier erstmals englisch sang, freilich mit starkem deutschen Akzent, dürfte manchen Fan überrascht haben. 

Ende 2019 erschien mit „F & M“ das zweite, diesmal deutschsprachige Werk. Mit diesen beiden Alben im Gepäck tourt die Band durch Deutschland und sorgt für ausverkaufte Hallen, die allerdings, wie die Offenbacher Stadthalle, kleiner ausfallen, als die Arenen, in denen Rammstein spielen. 

Konzert in Offenbach: Publikum bekommt Bühnen-Show à la Rammstein

Schon beim ersten Song wird klar, warum es keine Karten für Minderjährige gab. Zu „Skills In Pills“ flimmern Bilder über eine Leinwand, die so ziemlich jede Körperöffnung mindestens einmal im Detail abbilden. Manchmal ohne, manchmal mit Ausscheidungen, seien diese natürlicher oder künstlicher Art. 

Da wird schnell deutlich, dass der weiße Dress der fünf Bandmitglieder nichts mit Unschuld zu tun hat – es dient viel mehr als Kontrast zumExtremen, Anrüchigen und Abnormen. „Ladyboy“ etwa wird ebenfalls von pornografischem Bildmaterial begleitet. Zu „Golden Shower“ widmet sich die Band mit einladender Geste der Vielfältigkeit der weiblichen Geschlechtsmerkmale. 

Lindemann bewirft Publikum in Offenbach mit Fisch

Das eher monochrome Bühnenbild wird mit den ersten Klängen zu „Platz Eins“ zu einem bunten Lichtermeer, dazu fahren Lindemann und Tägtgren in einer durchsichtigen Kugel durchs Publikum in der Stadthalle. Zu „Allesfresser“ wird ein Tisch voller Torten auf die Bühne gefahren. „Frische Tierchen, manchmal Kuchen dürfen meinen Mund besuchen“, lautet eine Zeile aus der Ode an die Völlerei. 

Schließlich holen die Musiker aus und werfen die Torten mit Schwung in die Zuschauerreihen. Während die Sahne mit Schokostreuseln zumindest gut riecht, darf sich das Publikum zu „Fish On“ von seinem Appetit auf Süßes verabschieden. Aus einer Bauchtrommel holt Lindemann Fische hervor, spannt sie in ein kleines Katapult und schleudert sie in die Menge. 

Till Lindemann bricht nicht nur in den Texten mit so einigen Tabus. Er schreckt auch nicht davor zurück, Videosequenzen auf die Leinwand zu projizieren, die ihn beim Oralverkehr mit zwei Frauen zeigen.

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von Lisa Schmedemann

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