Verkehrsberuhigung: Raser selbst bremsen

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Die Bewegungsunschärfe gibt kein realistisches Abbild. Jedenfalls klagen Anwohner – hier an der Kurhessenstraße – darüber, dass in den Rumpenheimer Wohnstraßen zu schnell gefahren wird.

Rumpenheim - Das Grummeln der Bürger ist den ganzen Abend nicht zu überhören: Viele zufriedenstellende Antworten liefert Horst Schneider im Bürgerhaus Rumpenheim nicht. Von Sonja Achenbach

Der Oberbürgermeister wirbt vielmehr für Eigeninitiative der Bürger, als es um Raser in den Wohnstraßen des Stadtteils geht. Bremsende Schwellen, Parkbuchten oder Blumenkübeln lehnt er ab: „Sie glauben doch nicht wirklich, dass wir bei der klammen Stadt noch Geld für eine Verkehrsberuhigung in diesen Straßen haben. “.

Klagen gibt es aus den Lachwiesen, der Kurhessenstraße und der Straße In den Obstgärten. Ob 7 km/h in einer verkehrsberuhigten Zone oder Tempo 30: Nach Einschätzung der Rumpenheimer Anwohner hält sich kaum ein Autofahrer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Allen noch so emotionalen Argumenten setzt Schneider entgegen, dass es in den angeführten Straßen keinen Durchgangsverkehr gibt. „Wer da zu schnell fährt, das sind Ihre Nachbarn“, sagt er und legt Anwohnern nahe, die Verkehrssünder persönlich anzusprechen und so zu versuchen, das Problem zu lösen.

Ein kleiner Erfolg

Dennoch kündigt er für die nähere Zukunft Verkehrszählungen und stichprobenartige Geschwindigkeitskontrolle an. Immerhin ein kleiner Erfolg: Um zwei Beschwerdebriefe von Henning Hehner ans Ordnungsamt kümmert sich der Oberbürgermeister selbst, da der Rumpenheimer bislang keine Rückmeldung aus der Verwaltung erhalten hat.

Nächster Punkt, der eigentlich bei jeder Versammlung angesprochen wird: unkontrolliert kotende Hunde, die ihre Minen am Wegesrand oder vor der Haustür hinterlassen. Einer Rumpenheimer Mutter kann Schneider jedenfalls nicht viel mehr als Eigeninitiative vorschlagen: „Es ist unmöglich, dass wir alles kontrollieren.“ Auch einer älteren Dame vermag er kaum zu helfen: Zwei Minuten zu früh fahre der Bus am S-Bahn-Halt Marktplatz los... Den 101er erwischt sie dann nicht, muss auf den nächsten Bus 24 Minuten warten. Schneider: Eine Fahrplanänderung sei besonders an so verkehrsarmen Tagen wie Sonntag schlichtweg nicht zu finanzieren.

Beifall erhält er in der ewigen Frage des Fluglärms. Aktuell werde um die Einhaltung der sogenannten gesetzlichen Nacht von 22 bis 6 Uhr gekämpft. Ingrid Wagner von der Bürgerinitiative Luftverkehr fügt an, dass momentan noch nicht einmal das vorgeschriebene Nachtflugverbot bis 5 Uhr eingehalten werde, „denn oft ziehen die Flugzeuge schon um 4.30 Uhr ihre Warteschleifen über Rumpenheim“.

Ein weiteres Thema bringt ein direkter Nachbar des Goldockerhofs ins Gespräch: Er selbst habe mit eigenen Augen gesehen, dass dort bis vor kurzem noch Öle verbrannt wurden. Dies habe zu einer großen Geruchsbelästigung geführt. Schneider bestätigt, dass die unsachgemäße Verbrennung dort langfristig verboten worden sei und dass regelmäßig von den zuständigen Behörden kontrolliert werde. Obwohl viele Problemen angesprochen sind, findet Horst Schneider am Ende der Veranstaltung, Rumpenheim sei „die privilegierteste Ecke der Stadt“.

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