Rathaus-Sanierung in Offenbach

Zieht die Politik ins Kickers-Stadion?

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Das Innerere des dreigeschossigen Rathaus-Flachbaus wird ab September zirka zwei Jahre lang saniert.

Offenbach - Er ist so etwas wie die architektonische Visitenkarte der Stadtverwaltung. Hat der Offenbacher dort etwas zu erledigen, dann kommt er an ihm nicht vorbei. Von Matthias Dahmer 

Die Rede ist vom dreigeschossigen Flachbau, dem sogenannten Breitfuß des Rathauses, über dem sich die 15 Geschosse des denkmalgeschützten, stadtbildprägenden Betonbaus erheben. Ab September soll der Breitfuß, in dem sich unter anderem Bürgerbüro, Stadtverordnetensitzungssaal und die Büros der hauptamtlichen Dezernenten befinden, saniert und den Erfordernissen von Brandschutz sowie Gebäudetechnik angepasst werden. Es ist der letzte Abschnitt der vor zehn Jahren begonnen Modernisierung des in die Jahre gekommenen Rathauses.

Insgesamt 7,45 Millionen Euro sind laut einer Magistratsvorlage für die bis Sommer 2016 dauernden Arbeiten veranschlagt. Wobei es in diesen Zeiten des unverzichtbaren Zusatzes bedarf, dass die Maßnahme, die noch das Stadtparlament passieren muss, der Genehmigung durch das Regierungspräsidium bedarf. Weil es sich bei der anstehenden Sanierung aber – wie erwähnt – um den Abschluss einer umfassenden Erneuerung handelt und man in erster Linie damit gesetzlichen Brandschutzauflagen nachkommt, geht man bei der Stadtverwaltung davon aus, dass die Aufsichtsbehörde in Darmstadt den Daumen nicht senken wird.

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Verbunden mit der Sanierung sind die temporären Umzüge der dort beheimateten Einrichtungen. Bürgerbüro und Standesamt haben, wie berichtet, Platz im Bernardbau an der Herrnstraße gefunden. Die Büros von Dezernenten, Fraktionen und Ausländerbeirat sowie das Hauptamt ziehen in die sanierten Stockwerke 12 bis 14. Pforte und Poststelle werden während der Bauarbeiten in Containern untergebracht, die vor dem Nordeingang an der Berliner Straße stehen.

Noch unklar ist, wo vom nächsten Jahr an die Stadtverordnetenversammlung tagt. Derzeit schauen sich Hauptamt und Stadtverordnetenbüro nach geeigneten Räumlichkeiten für die Parlamentssitzungen um. Unterzubringen sind 90 Personen plus mögliche Zuschauer. Bei der Suche seien Kosten und das organisatorisch Machbare entscheidend, heißt es. Offiziell hält man sich im Rathaus mit Details bedeckt. Doch zu den zu besichtigenden Objekten dürften etwa Büsingpalais, Mariensaal, Industrie- und Handelskammer oder auch die VIP-Räume im Kickersstadion zählen.

Rathaussturm in Offenbach

Rathaussturm in Offenbach

Weil das Offenbacher Rathaus seit 2006 als Kulturdenkmal eingestuft ist, darf nur im Inneren des Gebäudes saniert werden. Wie aus der Magistratsvorlage hervorgeht, sind im Breitfuß des Verwaltungsbaus in den nächsten zwei Jahren eine Fülle von Erneuerungsarbeiten geplant. Unter anderem erhalten die Räume einen anderen Zuschnitt, werden Fußböden und sanitäre Anlagen erneuert, wozu auch ein zusätzliches Besucher-WC im Erdgeschoss gehört. Die bisherigen Flügeltüren, die Rathausfoyer und Bürgerbüro voneinander abtrennen, ersetzt eine behindertengerechte Schiebetoranlage. Eine Erneuerung ist auch bei den Eingangstüren an Stadthof, Berliner Straße und Platz der Deutschen Einheit geplant.

Was die energetische Sanierung des Rathauses angeht, verbietet sich aufgrund des Denkmalschutzes und der damit verbundenen Kosten das Anpacken der Außenfassade. Zu teuer ist auch der zunächst angedachte Austausch aller Fenster. Stattdessen wird es „aus Sicherheitsgründen“ wie es heißt, nur neue Fenster im Erdgeschoss geben.

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