Vier Parkplätze weniger, gleicher Preis

Rathaus-Tiefgarage im November wieder offen

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Zwei Drittel der zu sanierenden Fläche über dem Rathaus-Parkhaus werden bis Anfang September fertig sein. Dort kann dann mit der Umgestaltung des Stadthofs begonnen werden. Die gesamten Bauarbeiten sollen im September 2014 beendet sein.

Offenbach - Im Zeitplan und im Kostenrahmen. Das ist auf Großbaustellen eher eine Seltenheit. Bei der laufenden Sanierung von Rathaus-Tiefgarage und Stadthof darf beides konstatiert werden.  Von Matthias Dahmer

Das Ungewöhnlichste hinterm Bauzaun am Stadthof sind derzeit wohl die überdimensionierten Boule-Kugeln gleichenden Bälle, die fein säuberlich aufgeschichtet in der Mitte liegen. Ute Listmann vom städtischen Hochbaumanagement, die die Tiefgaragen-Sanierung unter ihren Fittichen hat, erklärt: „Die Kugeln sind aus Kunststoff und innen hohl. Sie werden als Verdrängungskörper mit in den Beton gegossen und dienen dazu, Gewicht zu reduzieren.“

Die Ersparnis ist in der Tat beachtlich. Der Aufbau auf der Tiefgaragendecke – nur der und nicht die Decke selbst war undicht und muss komplett erneuert werden – wiegt am Ende durch die Plastikkugeln 108 Tonnen weniger als ohne sie. Insgesamt werden im ersten Sanierungsabschnitt, der 2 000 Quadratmeter umfasst und Anfang September fertig sein wird, 350 solcher „Bubbles“ in unterschiedlicher Größe inklusive 600 Kubikmeter Beton verbaut. Hinzu kommen unter anderem Leitungen für die Wassertische unmittelbar am Rathaus, die den Brunnen ersetzen, Leerrohre für die spätere Versorgung mit Strom und Wasser bei Festen auf dem Stadthof sowie für die Platzbeleuchtung.

Mit Blick auf den City Tower: Uwe Herzog und Ute Listmann am künftigen Treppenaufgang in der Tiefgarage.

Mit Beginn des zweiten und letzten, 100 Quadratmeter großen Abschnitts der Deckenaufbau-Sanierung, er soll bis November dauern, kann im ersten Abschnitt mit der Stadthof-Umgestaltung begonnen werden. Was dann allerdings nicht mehr die Baustelle von Ute Listmann, sondern die des Stadtplanungsamts ist. Augenfälligstes Bauwerk am aufgebuddelten Stadthof ist derzeit die künftige neue Treppe zur Tiefgarage. Schon jetzt ist erkennbar: Deutlich breiter und damit komfortabler wird sie werden.

Noch besser zu sehen ist das von unten. Als großes Rechteck steht die Verschalung in der derzeit gesperrten Tiefgarage. Ansonsten sieht es dort fast aus wie immer, nur ohne parkende Fahrzeuge eben. Sogar die Vorfahrt von Autos bei der Zulassungsstelle im Bürgerbüro ist – wenn auch provisorisch – möglich. Sie wurde von der Tiefgarage an deren Einfahrt verlegt, dort wo man bislang und künftig wieder, dann an neuen Automaten, das Parkticket zieht.

Unter anderem wegen der breiteren Treppe, erzählt Ute Listmann, schrumpft die Zahl der Parkplätze von 118 auf 114. Aber, schiebt sie gleich die gute Nachricht hinterher, die Parkgebühren bleiben konstant. Der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber, dem auch die Parkhäuser im Haus der Wirtschaft und am Französischen Gässchen gehören, wurde gerade verlängert. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, ergänzt Ute Listmanns Kollege Uwe Herzog, kann die Rathaus-Tiefgarage wieder genutzt werden.

Nötig war die Decken-Sanierung der 1970 mit dem Rathaus eingeweihten unterirdischen Stellplätze geworden, weil die Fugen der Abdeckplatten über der Garagendecke im Laufe der Jahre undicht wurden und Wasser eindrang. Listmann deutet auf verrostete Rohre und vom Wasser angenagte Betonpfeiler, und es wird klar: An vielen kleinen Stellen in der Garage muss erneuert oder saniert werden.

Der Unmut über die Arbeiten, berichten Listmann und Herzog, hält sich sowohl bei den Rathaus-Mitarbeitern als auch bei Anwohnern und Passanten in Grenzen. Mit Blick auf die Aufwertung des Platzes werden Lärm und Dreck wohl in Kauf genommen.

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