Rathausspitze bei Lärm-Demo

Offenbach (mcr) - Der mit der Eröffnung der neuen Landebahn und der Zunahme des Fluglärms lauter gewordene Ruf nach mehr Sichtbarkeit des Protest Offenbacher Volksvertreter gegen den Flughafenausbau zeigt Wirkung.

Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne), Stadtkämmerer Michael Beseler (SPD), Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) und einige Magistratsmitglieder werden am 19. Dezember an der Montagsdemonstration gegen Fluglärm im Terminal 1 des Flughafens teilnehmen. Sie haben sich dort mit Daniel Tybussek (SPD) verabredet, dem Bürgermeister von Mühlheim, das von der neuen Einflugschneise ebenfalls stark verlärmt wird.

Die um 18 Uhr beginnenden Montagsdemos in Halle B gibt es seit Mitte November; aus einigen hundert Lärmgeplagten, die sich dort anfangs trafen, sind schnell tausende geworden. Die nächste Gelegenheit zur Teilnahme bietet sich am 5. Dezember. Vorab-Treffpunkt für Offenbacher Teilnehmer ist jeweils um 17 Uhr die S-Bahn-Station Marktplatz. Von dort fährt um 17.19 Uhr eine S9 Richtung Flughafen. Spontan oder geplant kann in Fünfer-Gruppen eine Gruppenkarte gekauft werden. Erfahrene Demonstranten empfehlen, angesichts des Lautstärkepegels im Terminal einen Gehörschutz mitzunehmen.

Ein Diskussionsabend zum Fluglärm

Wieder abgesetzt werden sollte er ebenfalls am 5. Dezember spätestens nach der Rückkehr nach Offenbach (Abfahrt vom Flughafen um 19.17 oder 19.32 Uhr). Um 20 Uhr beginnt im Kulturzentrum Hafen 2 am Nordring ein Diskussionsabend zum Fluglärm. Eckpunkte des Gesprächs mit Ingrid Wagner (Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach), Flughafendezernent Weiß und Tarek Al-Wazir (Grünen-Fraktionschef im hessischen Landtag): der Lärm, die drohende „soziale Erosion“ Offenbachs, die Bedeutung des für März erwarteten Urteils der Bundesverwaltungsrichter und Strategien „für die Wahrung der Bewohnbarkeit und Entwicklungsfähigkeit der Stadt“. Der Eintritt ist frei.

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Weiteres für Protestwillige: Auf dem Wilhelmsplatz soll sich am Samstag, 17. Dezember, um 17 Uhr eine Lichterkette gegen den Fluglärm bilden. Als stiller Protest ist auch der Aufruf gedacht, an jedem 21. einem Monats Grablichter auf die Fensterbänke in Offenbach und in der Region zu stellen. Und für Bürger, die bei der Offenbacher Menschenkette keine der Roten Karten mehr abbekommen haben, die die Argumente der Ausbaugegner vor dem Bundeswaltungsgericht dokumentieren sollen, sind nochmals 10 000 Karten nachgedruckt worden. Sie sind in Rathaus und Bürgerbüro zu haben.

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