Raucher verzweifeln an Stadthallen-Garderobe

Offenbach - (kap) Frieren gehört in diesen Tagen zum Programm und für Raucher in den Wintermonaten zum Alltag. Auch die Besucher von Veranstaltungen in der Stadthalle müssen zum Rauchen das Gebäude verlassen und sich ihre Zigarette bei Minusgraden anstecken. So auch Offenbach-Post-Leserin Dagmar Kasubbe und ihre Begleiterinnen.

Die Freundinnen besuchten die Veranstaltung Rock’n’Roll-Fasching am vergangenen Freitag und waren daher nur mit dünnen Kostümen bekleidet. Dass die Damen zum Rauchen den Saal verlassen mussten, akzeptierten sie klaglos. Dass sie jedoch ihre an der Garderobe abgegebenen Mäntel und Jacken für jede Zigarettenpause abholen und für die erneute Abgabe 1,50 Euro zahlen mussten, ärgerte die Gruppe sehr.

Das Team der Stadthalle Offenbach bedauert den Unmut ihrer Besucher. „Wir sind sehr bemüht, dass sich die Gäste unseres Hauses wohl fühlen“, sagt Katrin Rau von der Veranstaltungsorganisation. Es sei die erste Beschwerde dieser Art, die das Organisationsteam erreiche.

Auf die Nachfrage, wieso es nicht möglich sei, ein abgegebenes Kleidungsstück kurzzeitig zurückzugeben, verwiesen die Veranstalter auf den logistischen Aufwand. Bei 1500 bis 4000 Gästen sei es zu schwierig nachzuvollziehen, wer die Gebühr bereits bezahlt hat und wer Neukunde ist. Zudem handele es sich bei einer Garderobenmarke um eine Pfandmarke, die einbehalten würde, sobald der Pfandgegenstand wieder herausgegeben wird.

„Dies ist bei uns und auch in anderen Hallen üblich“, so Katrin Rau. Immerhin hätten die Besucher die Möglichkeit, die Veranstaltungsstätte zu verlassen und wieder zu betreten. Zudem könnte man seine Jacke auch mit in den Saal nehmen.

Einen Raucherbereich im Gebäudes einzurichten, sei nicht möglich, da die Halle über zu wenig räumliche Kapazitäten verfüge. Das Team der Stadthalle bemüht sich zur Zeit, ein neues System auszuprobieren, um auch ihre rauchenden Gäste zufrieden zu stellen. „Wenn dieses klappt, sind auch wir froh, da wir natürlich gut verstehen können, dass man nicht bereit ist, immer wieder diese Gebühr zu zahlen“, so Katrin Rau.

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