Rauchsäule über Schandfleck

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Dichter Rauch entwickelte sich auf dem seit Jahren brach liegenden ehemaligen Auto-Friedel-Gelände.

Offenbach - Das Areal hat bessere Zeiten gesehen. Einst stand dort das Autohaus Friedel, wo der Offenbacher VW kaufte. Seit Jahren ist das Gelände verwahrlost, am Sonntagabend hat es dort wieder mal gebrannt. Hoffnung machen allein Pläne für eine Wohnbebauung. Von Matthias Dahmer

Um 20.13 Uhr am Sonntag erreichen die Feuerwehr mehrere Notrufe: Großbrand in einem leerstehenden und vermüllten Werkstattgebäude auf dem ehemaligen Friedel-Gelände. Als die Einsatzkräfte dort ankommen, steht eine Rauchsäule über dem Areal, auf der Mathilden- und der Gerberstraße ist Autofahrern fast die Sicht genommen.

Die Anwohner haben Glück: Wind und Regen sorgen dafür, dass der Rauch abzieht; trotzdem sind sie aufgefordert, für zirka zwei Stunden Fenster und Türen geschlossen zu halten. Glück hat auch ein Mann, den die Feuerwehr in einem angrenzenden Gebäude findet, wo er vermutlich übernachten wollte. Er kann unverletzt in Sicherheit gebracht werden.

Die Brandursache ist gestern noch unklar, die Höhe des Schadens beziffert die Polizei auf mindestens 20. 000 Euro, die heruntergekommene ehemalige Werkstatt ist einsturzgefährdet. 46 Kräfte der Profi-Brandbekämpfer aus Offenbach und Frankfurt sowie der Freiwilligen Wehren aus Rumpenheim und Bieber haben bis etwa 21.30 Uhr zu tun, dann ist das Feuer gelöscht. Unterstützt werden sie von vier Leuten des Rettungsdienstes. Ein Feuerwehrmann wird bei dem Einsatz leicht verletzt.

Was in Zukunft mit dem Gelände geplant ist

Wenn alles läuft wie geplant, könnte das Innenstadt-Ärgernis Friedel-Gelände bald Geschichte sein. Die Schoofs Immobilien GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg plant dort auf vier Stockwerken generationenübergreifendes Wohnen in insgesamt 60 Wohnungen, die zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß sind.

Im Untergeschoss ist ein Lebensmittelmarkt vorgesehen. Die Wohnungen sollen um eine großzügig und parkähnlich angelegte Grünanlage herum gruppiert werden und sind über Aufzüge direkt mit einer 100 Stellplätze fassenden Tiefgarage im Untergeschoss verbunden. Den Bauantrag hatte der Investor im März eingereicht. Die Signale aus dem Rathaus seien positiv, sagt Projektleiterin Anne Dehmel. Sie rechnet damit, dass im Herbst Baubeginn sein kann.

Das Friedel-Gelände hatte unter anderem im Sommer 2010 Schlagzeilen gemacht, als man dort mehr als 30 Schrott-Autos abschleppte. Damals waren die Eigentumsverhältnisse unklar, das Gelände stand vor der Zwangsversteigerung. Kurz davor erwarb Schoofs das Areal.

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