Rauchwarnmelder in Wohnungen

Frist zur Nachrüstung läuft aus

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Offenbach - Rauchwarnmelder retten Leben. Bis zum Jahresende sind Wohnungen nachzurüsten. Der Feuerwehrchef Uwe Sauer ermutigt gleichzeitig, im Zweifel die Notrufnummer 112 lieber einmal zu oft zu wählen.

Ein schriller Piepton zerreißt die Nacht. Schlaftrunken sucht man den Krachmacher. Entdeckt! Aus der Nachbarwohnung kommt aber nicht nur der Alarmton: Beißender Rauch quillt hervor. Richtige Reaktion: „112“ gewählt.  In der Offenbacher Sibeliusstraße wird so in der Nacht zum 31. Juli vermutlich eine Tragödie verhindert. Die Feuerwehr bricht die Tür auf, rettet die schlafende Bewohnerin und löscht den Küchenbrand. Den aktuellen Fall mit dem guten Ende nimmt die Stadt zum Anlass für einen dringenden Appell. „Rauchwarnmelder retten Leben!“, sagt Feuerwehrdezernent Dr. Felix Schwenke. „Mit geringem Aufwand und Kosten können Sie einen hohen Nutzen für Ihre Sicherheit erzielen.“ Uwe Sauer, leitender Branddirektor, ermutigt, „im Zweifel lieber die Feuerwehr einmal zu oft zu alarmieren“. Zudem erinnert der Feuerwehrchef an eine wichtige Frist: Bis Ende des Jahres müssen Hauseigentümer Schlaf- und Wohnräume sowie Rettungswege in bestehenden Wohnungen mit Rauchwarnmeldern ausstatten.

„Wenn ein Brand ausbricht und die Bewohner eines Hauses schlafen, ist das eine potenziell tödliche Situation - denn vom Brandgeruch allein wacht ein schlafender Mensch nicht auf“, so Felix Schwenke. Da springen Rauchwarnmelder ein, beziehungsweise an, die Rauch erkennen und dann lautstark warnen. Das Land Hessen hat bereits 2005 gesetzlich vorgeschrieben, dass bei Neu- und Umbauten mindestens folgende Räume mit Rauchwarnmelder auszustatten sind: Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Rettungsweg dienen. Bestehende Wohnungen müssen bis zum 31. Dezember 2014 nachgerüstet werden, macht Schwenke nun deutlich. Gemäß der Hessischen Bauordnung ist für den Einbau der Rauchwarnmelder der Eigentümer verantwortlich. Für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft ist der unmittelbare Nutzer (Bewohner/Mieter) zuständig, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Aufgabe. „Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Rauchwarnmelder über eine CE-Kennzeichnung mit einem Hinweis auf die DIN EN 14604 verfügt“, empfiehlt Uwe Sauer. „Die jedem Rauchwarnmelder beiliegende Bedienungsanleitung enthält Hinweise zur Montage und Funktionsprüfung.“ In größeren Wohneinheiten sei es durchaus sinnvoll, die in den einzelnen Räumen montierten Rauchwarnmelder durch eine Funk- oder Drahtverbindung zusammenzuschalten. „In diesem Fall werden bei Auslösung eines einzelnen Rauchwarnmelders auch die akustischen Signale aller anderen Warnmelder automatisch aktiviert.“

Einen wichtigen Hinweis ergänzt Uwe Sauer: „Löst ein Rauchwarnmelder fehlerhaft aus und besorgte Nachbarn alarmieren die Feuerwehr im guten Glauben, dass ein Feuer ausgebrochen sein könnte, sind diese Einsätze kostenfrei, auch wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass der Rauchwarnmelder fehlerhaft ausgelöst hat.“ Dies ist aus Sicht der Feuerwehr auch absolut richtig, denn die Bevölkerung soll ermutigt werden, bei jedem begründeten Verdacht auf Vorliegen einer Gefahrenlage die Feuerwehr zu alarmieren – ohne Sorge vor möglichen Kosten dieser Bürgerpflicht zur Gefahrenmeldung.

(mk)

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