Zock-Apparate konfisziert

Razzia gegen illegales Glücksspiel

+

Offenbach - Nach der erfolgreichen Kontrolle im Januar, der größten Aktion gegen illegales Glücksspiel im deutschen Geldspielautomatengewerbe, veranlasste das Ordnungsamt am Mittwoch eine neue Razzia im Stadtgebiet.

Ergebnis: Jedes zweite Gerät entsprach nicht der Spielverordnung; 67 Geräte wurden aus dem Verkehr gezogen. In der bis in den späten Abend anhaltenden Aktion durchsuchten Mitarbeiter des Ordnungsamts, Experten vom Arbeitskreis gegen Spielsucht und der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen 70 Gaststätten, Cafés, Bars und Spielhallen. Unter die Lupe kamen 183 Geräte.

Lesen Sie dazu im Archiv:

Ein Geschäft um Milliarden

Razzia wegen Manipulation

„Der Kick steht im Mittelpunkt“

Die Aktion erfolgte nach monatelanger, akribischer Ermittlungsarbeit des Ordnungsamts. „Dabei erlangten wir Kenntnisse, die bestätigten, dass illegale Geldspielgeräte ihren Weg in Gaststätten, Cafés und Bars fanden, obwohl wir die Szene im Januar ordentlich aufgerüttelt hatten“, berichtet Ordnungsamtsleiter Peter Weigand. Aufgrund dieser Erkenntnisse erteilte Ordnungsdezernent Felix Schwenke den Auftrag zu handeln: „Um den Aufstellern der Geräte deutlich zu machen, dass wir es ernst meinen, war eine weitere Razzia in diesem Jahr unumgänglich“, so Schwenke. „Diese harte Linie gegen illegales Glücksspiel werden wir beibehalten.“ Festgestellt wurden zahlreiche Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen. So war bei zahlreichen Geräten die Software nicht auf aktuellem Stand. Die Aufsteller hätten diese erneuern oder die Geräte entfernen müssen. „Die alte Software machte irreführend Hoffnung auf höheren Gewinn“, erläutert der am Einsatz beteiligte Sachgebietsleiter für Gaststätten- und Spielrecht, Dieter Götz.

Shisha-Bar von Polizei geräumt

In diesem Zusammenhang beobachteten die Einsatzkräfte einen Fall von illegalem Glücksspiel: Als der Gewinn nach einem Spiel an einem illegalen Gerät an der Kasse ausgezahlt wurde, wurde die Polizei hinzugezogen. Der Fall wird ans zuständige Kommissariat weitergeleitet.

Kontrolliert wurden außerdem Shisha-Bars. Eine Gaststätte an der Seligenstädter Straße in Bieber wurde geräumt, nachdem mit einem neuen Gerät Kohlenmonoxid in lebensgefährlicher Konzentration gemessen worden war. Dabei wurde die Feuerwehr hinzugezogen, die mit schwerem Atemschutz die Räume durchlüftete. Dem Betreiber wurde die Ausgabe von Shishas mit sofortiger Wirkung untersagt.

Die Einsatzkräfte wurden in allen Gaststätten freundlich unterstützt und brachten die Kontrollen ohne Zwischenfälle zu Ende. Bei Verstößen gegen die Spielverordnung drohen hohe Geldbußen. „Die polizeilichen Erkenntnisse der Januar-Razzia dienen als Ansatz für die Bußgeldverfahren“, so Götz. Damals waren etwa 30 Geräte beschlagnahmt und zahlreiche versiegelt worden. Die polizeilichen Ermittlungen dazu sind noch nicht abgeschlossen.

Polizeihunde in der Ausbildung

Polizeihunde in der Ausbildung

Wie das Ordnungsamt mitteilt, sind bei Strafverfahren die ordnungsrechtlichen Maßnahmen zunächst hinten anzustellen. Erst nach deren Abschluss sind ordnungsrechtliche Bußgeldverfahren durch die Stadt möglich. „Da im Spielrecht eine Verjährung ordnungsrechtlicher Vergehen erst nach zwei Jahren eintritt, gehen wir davon aus, dass Polizei und Justiz ihre Verfahren rechtzeitig abschließen“, so Weigand.

„Keiner der im Januar festgestellten Verstöße wird vergessen“, betont Schwenke. „Und wer glaubt, sein illegales Handeln bleibe ungeahndet, soll wissen: Das war nicht die letzte Aktion. Wir kommen wieder!“ 

mt

Mehr zum Thema

Kommentare