Wohnungen durchsucht

Razzia im Raum Offenbach

Offenbach – Razzia im Raum Offenbach: Der Zoll hat mehrere Wohnungen durchsucht.

Ende vergangener Woche führte der Zoll Durchsuchungen im Raum Offenbach durch, berichtet der Zoll erst am Donnerstag. Hintergrund sind Ermittlungen zu ineinander verzweigten Kettenbetrugsfällen im Rhein-Main-Gebiet. Die Ermittler durchsuchten mehrere Wohnungen im Raum Offenbach.

Im Rahmen des Kettenbetrugsgeflechts sollen sogenannte Servicefirmen betrieben oder Scheinrechnungen gehandelt worden sein, um Schwarzlohnzahlungen an Arbeitnehmer zu ermöglichen und somit Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zu hinterziehen. Die Summe der Schein- oder Abdeckrechnungen soll sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen.

Mithilfe der so erlangten Buchungsbelege seien Fremdleistungen an Subunternehmer vorgetäuscht worden, die später in Form von Bargeldzahlungen an die Rechnungseinkäufer zurückflossen und teilweise zur Schwarzlohnzahlung der Beschäftigten verendet wurden, teilte der Zoll mit. An der von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Bamberg koordinierten Durchsuchungsaktion waren sieben Zollbedienstete und ein Durchsuchungszeuge beteiligt.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Eine unter der Bettmatratze versteckte Rolle von 500-Euro-Scheinen im Gesamtwert von 23.000 Euro stellten die Zollbediensteten im Rahmen der Durchsuchung sicher. Darüber hinaus wurden eine Kleinkaliberpatrone sowie Spritzen und geringe Mengen gesundheitsgefährdender Substanzen entdeckt, die als illegale Dopingmittel eingestuft und zur weiteren Sachbearbeitung an die örtliche Polizeidienststelle übergeben wurden.

Bereits im vergangenen Mai durchsuchte der Zoll 35 Wohn- und Geschäftsgebäude im Rahmen einer bundesweit koordinierten Ermittlung zur Bekämpfung von Schwarzarbeit für die Staatsanwaltschaften Darmstadt und Frankfurt.

Auch in Hamburg, Bremen und Bayern durchsuchten Ermittler der Finanzkontrolle damals Schwarzarbeit mehr als 50 Wohnungen und Geschäftsräume. Erfolgreich war zudem der Einsatz von Bargeldspürhunden: In einer Wohnung erschnüffelte ein Spürhund 120.000 Euro, hieß es. Ein Teil des Geldes war zusammen mit einer Schreckschusswaffe in einem Sofa versteckt. Insgesamt wurden mehr als 160.000 Euro Bargeld sowie zwei Waffen sichergestellt. Nun müssen zahlreiche Daten aus Computern und Mobiltelefonen ausgewertet werden. (chw)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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