Recyclingzentrum in Offenbach

„Warum will man jetzt verkaufen?“

Offenbach - Ein Bericht unserer Zeitung ruft die CDU-Fraktion im Stadtparlament auf den Plan. Demnach erwägt die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) als Mutter des Stadtdienstleisters ESO, das Recyclingzentrum wieder zu verkaufen.

Dieses hatte der ESO von der in Insolvenz gegangenen Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungs-Gesellschaft (GOAB) zum Preis von 100.000 Euro übernommen. „Worin finden sich die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel?“, fragt Fraktionsvize Roland Walter: „Wenn es stimmt, dass das Zentrum 2014 eine halbe Million Verlust erwirtschaftet hat, hat man entgegen früheren Behauptungen entweder kein Knowhow und die Lage falsch eingeschätzt oder am Markt vorbei gearbeitet.“

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Vor der Beschlussfassung im Stadtparlament seien die von Mitgliedern der Union geäußerten Zweifel lapidar abgetan worden. „Wir haben explizit auf die vom Markt verlangte Sortierreinheit des Recyclingschrotts hingewiesen, um gute Erlöse erzielen zu können, und starke Zweifel geäußert, dass das Zentrum diese Qualität bringen kann“, betont Walter. Hingegen habe die Geschäftsführung die Zuversicht geäußert, mittelfristig ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.

„In den Sitzungen der Ausschüsse haben SPD-Stadtrat Felix Schwenke als Sozialdezernent und die ESO-Geschäftsführung die mittelfristige Zukunft des Recyclingzentrums als Erfolgsmodell dargestellt. Nun, nach 14 Monaten, will man das Projekt aufgeben“, wundert sich Walter und fragt: „Wer führt da wen an der Nase herum – die Koalitionspolitiker im Magistrat die Geschäftsführung oder die Geschäftsführung den Magistrat?“ Fest stehe, dass das kurzfristige Kippen des Beschlusses ein teures Trauerspiel auf Kosten der Steuerzahler und Mitarbeiter zu werden drohe. „Wir fordern schonungslose Aufklärung, die sachorientiert ist und keinen Raum für politische Interpretationen gibt“, schließt Walter. (mt)

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