Region wichtig für ausländische Firmen

Offenbach - Stadt und Kreis Offenbach sind für ausländische Unternehmen attraktiv. Der Standort sei zunehmend wichtig, sagte Bernhard Mohr, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), unserer Zeitung. Von Marc Kuhn

Rhein-Main hat eine spürbare Anziehungskraft für Global Player.“ Ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung in Offenbach ist die Nähe zum Flughafen. Folglich seien die meisten ausländischen Firmen in Neu-Isenburg angesiedelt, erklärte Mohr unter Verweis auf eine Studie der IHK. Aber auch in Offenbach, Dreieich und Langen finden sich viele Unternehmen mit Sitz im Ausland. Der Osten des Kreises sei weniger interessant für sie. Meist würden die Ausländer Tochtergesellschaften gründen, die sich um Vertrieb, Wartung und Service kümmern, berichtete Markus Weinbrenner, IHK-Geschäftsführer International. Ein Teil der Firmen kaufe von hier aus aber auch Produkte und Dienstleistungen in Deutschland ein. Etwa 300 ausländische Unternehmen würden in Stadt und Kreis Offenbach rund 12 000 Mitarbeiter beschäftigen, erläuterte Mohr. Sie würden deshalb einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand in der Region leisten. Insgesamt gebe es in Offenbach etwa 150 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Ausländische Firmen würden sich über die Verkehrsinfrastruktur beklagen, sagte Mohr. Sie würden einen Ausbau der A3 und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr wünschen. Zudem mache sich die IHK für einen Ausbau der A66 stark, so dass der Verkehr durchgängig von Fulda nach Wiesbaden fließen könne.

Darüber hinaus sollten die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für Mitarbeiter der ausländischen Unternehmen vereinfacht werden, erklärte Weinbrenner. Diese rechtlichen Aspekte seien „ein wichtiger Standortfaktor. Das sollte man nicht unterschätzen.“ Nach den Erfahrungen der IHK wünschen die Ausländer auch ein größeres Angebot an Fachkräften in der Region.

Neben den Investoren gibt es in Offenbach auch die sogenannte ethnische Ökonomie. Etwa 4600 ausländische Selbstständige würden rund 7000 Menschen beschäftigen, erläuterte Mohr. Meist seien sie im Einzelhandel und der Gastronomie engagiert. Die meisten Selbstständigen kämen aus der Türkei sowie aus Italien und Griechenland. „Sie sind in Bereichen tätig, die sehr arbeits- und wettbewerbsintensiv sind“, erklärte Weinbrenner.

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