Strategisch denken ist Trumpf

Regionalentscheid der Roboter-Olympiade

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Beim Regionalwettbewerb der World Robot Olympiad standen die technischen Geräte im Vordergrund.

Offenbach - Feine technische Bastlerkunst war in der Halle der Albert-Schweitzer-Schule zu bestaunen: Bei der World Robot Olympiad traten Roboter gegeneinander an. Von David Heisig 

Wer meint, die Jugend befasse sich nur mit Smartphones und Dokusoaps, sollte den Blick auf die World Robot Olympiad richten. Einer von 19 Regionalentscheiden des internationalen Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche war im Albert-Schweitzer-Gymnasium. Mit „Schreibe deine Robotergeschichte“ sollten Interessenten ans Thema herangeführt werden und spielerisch lernen, wie ein Roboter funktioniert. Wird Interesse an Ingenieurs- oder IT-Berufen geweckt, ist das im Sinne des Erfinders. Der Blick in die Turnhalle bestätigt, dass Hirnschmalz verbraten wird. Vor dem Schiedsrichterpult sind Tische aufgestellt. Daneben haben die Teams ihre Roboter aufgebaut. In diesem Jahr lautet das Motto „Robot Explorers“ – Roboter, die die Welt erkunden. Entsprechend sind die Aufgaben, die die Maschinen erfüllen müssen: Farben erkennen, Gegenstände zum Ziel transportieren. Zudem gibt es eine Überraschungsaufgabe mit wenig Zeit, sich darauf einzustellen. All dies unter den strengen Augen der Jury, bei allem tickt die Uhr. Für alles gibt es Punkte oder Punktabzug.

Zwei Teams der ASS sind dabei. Fachbereichsleiter Jörg Prohaska ist stolz, auch wenn die Turnhalle nicht unbedingt ein Heimvorteil sei. Zu stark ist die Konkurrenz. Verstecken müssen sich „ASS1“ und „ASS2“ aber nicht. Interesse an technischen Fragestellungen ist Voraussetzung, Einser in Physik und Mathematik sind kein Muss. Helfen aber eventuell. Manche Interessenten kommen über den Wahlfachunterricht an die Wettbewerbe. Gestartet wird in der regulären Kategorie in zwei Altersklassen, immer in Zweier- und Dreierteams mit Trainer. 28 Mannschaften sind am Start, teils mit fantasievollen Namen. Auf welche Band die Rodgau Monobots anspielen ist klar.

Roboter bauen reicht nicht: Die Teilnehmer müssen am Computer Steuerprogramme schreiben. „Die sitzen daran Stunden“, sagt Prohaska. Lernen einer Programmiersprache, Testen von Sensoren, eine hohe Anforderung. Ohne Spaß geht’s nicht. Interesse für Abläufe, strategisches Denken und taktisches Arbeiten sind wichtig. Zehn Wochen haben die Teams an den Modulen gebaut. Gespielt werden vier Runden, in der ersten geht immer etwas schief. Auf dem Tisch soll der Roboter einen Legostein greifen und in den Transportbehälter bugsieren. Bei einem Team klappt es: 15 Punkte. Bei den anderen streikt die Technik: Abzug. An einem anderen Tisch greift der Roboter daneben. Das steuernde Mädchen will ihn justieren; vergebens. Ein Raunen geht durchs Publikum: „Sie bricht ab.“ Besucher könnten sich an den Song von Styx erinnern: „Domo arigato, Mr. Roboto“. Dank gilt vor allem den ambitionierten Jungentwicklern. Die Sieger fahren zum Deutschlandfinale nach Dortmund. Wer diese Hürde nimmt, kann zum Weltfinale nach Doha in Katar.

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