Kartmesse

Reifen halten manchmal nur zehn Minuten

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Ein teures Hobby, das trotzdem viele Anhänger hat. Fast 500 Aussteller aus 30 Nationen präsentierten in den Messehallen alles rund um den Kartsport.

Offenbach - „Nichts ist älter als ein Kart aus dem letzten Jahr“, sagt Botho Wagner. Der Obertshausener ist Leiter der Internationalen Kartmesse, die am Wochenende in den Offenbacher Messehallen stattfand. Von Heiko Schneider

Seit 21 Jahren, 17 davon in Offenbach, zuvor in Mühlheim, treffen sich Kartrennsportfreunde aus aller Welt, um sich auf der weltweit größten Kartmesse die neuesten Trends anzuschauen: Vom komplett ausgestatteten Kart über Einzelteile wie Reifen und Motoren hin zu Equipment wie Helme, Rennoveralls oder Kameras, die das Geschehen während der Fahrt filmen – die knapp 10.000 Besucher bekamen allerhand zu sehen von den fast 500 Ausstellern aus 30 Nationen.

Gedränge um 12 Uhr

Zwar mussten zahlreiche Motorsportfans ihren Besuch der Offenbacher Messe absagen, weil Schnee und Eis die Anreise unmöglich machten, Messeleiter Botho Wagner strahlte dennoch: „Es ist wie alle Jahre: Durch den Schnee sind einige nicht über den Brenner gekommen. Auch aus Bayern und dem restlichen Ausland hatten viele Probleme, anzureisen. Aber so, wie das Gedränge heute um zwölf Uhr war – das war schon toll“, so der 76-Jährige am Samstag.

25.000 Euro für gut ein Jahr

Knapp 25.000 Euro zahlt ein Hobbyrennfahrer für ein komplett ausgestattetes Kart. „Das ist dann gut für ein Jahr und dann ist es eigentlich schon total veraltet“, beschrieb der Messeleiter, warum die Umsätze Jahr für Jahr stimmen. Hinzu kommen Ausgaben für die Rennanzüge, die nach mehrmaligem Waschen genauso wenig mehr bei Rennen getragen werden dürfen wie Helme, die älter als ein Jahr sind, oder Reifen, die unter Höchstbelastung zehn Minuten lang halten und dann gewechselt werden. „Man könnte mit ihnen noch weiterfahren, würde dann aber etliche Sekunden auf der Strecke liegen lassen.“

Kartmesse in Offenbach

Die Kartmesse lockte knapp 10.000 Motorsport-Fans nach Offenbach. Seit 21 Jahren, 17 davon in Offenbach, zuvor in Mühlheim, treffen sich Kartrennsport-Freunde aus aller Welt, um sich auf der weltweit größten Kartmesse die neuesten Trends anzuschauen.

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Ein teures Hobby, das trotzdem viele Anhänger hat. Botho Wagner, der 1972 selbst Vize-Europameister im Kart war, erklärt es so: „Es gibt Karts, die erreichen 300 Kilometer in der Stunde, beschleunigen von null auf hundert in unter zwei Sekunden. Man sitzt dabei direkt auf der Straße, die Knautschzone sind die Füße. Man weiß genau, was passiert, wenn man den Gegner rammen würde und hält trotzdem voll drauf. Das ist einfach das, was die Leute am Kartrennsport fasziniert.“

Und weil diese Faszination anhält, wird bis mindestens 2015 die Internationale Kartmesse weiterhin in Offenbach stattfinden. Darauf einigten sich kürzlich die Wagner und die Messe Offenbach. „Offenbach ist ein gutes Pflaster für den Kartrennsport.“

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