Aus Reiseexpertins Ärmel

Offenbach (mcr) - Der gesunde Menschenverstand ist eigentlich ein zuverlässiger Typ. Wird das Leben unübersichtlich, ist er meist mit einem vernünftigen Ratschlag zur Stelle.

Zum Beispiel dem, sich die Entspannung im Urlaub nicht mit freudefressender Vorurlaubshektik zu erkaufen. . Klappt aber bekanntlich leider nicht immer.

Denn mancher, der verreisen will, verordnet fälschlicherweise auch seinem inneren Mahner eine Auszeit. Und dann wird’s schwierig. Dann muss der schon vom Taxi aus alarmierte Nachbar im günstigsten Fall nur mal schnell rübergehen und die Kaffeemaschine ausschalten und im schlechtesten Fall mit dem auf der Kommode vergessenen Reisepass zum Flughafen jagen.

Eine von keinerlei Panik verwässerte Reisevorbereitung tut also Not - wie auch beim „Urlaubs-Check“ zu erfahren war, den vier Reiseexpertinnen des ADAC am Donnerstag Lesern unserer Zeitung im Offenbacher Verlagshaus anboten. Da ging es dann nicht nur um die Organisation des Blumengießens, Katzenfütterns, Passverlängerns und anderer Standards, die eigentlich jeder kennt, im falschen Moment aber vergisst.

Es galt auch, tiefere Tipps zu verinnerlichen, die im Urlaubsland oder schon auf dem Weg dorthin echten Wert haben können. Die vielgereisten ADAC-Damen - Simone Münch (Leiterin ADAC-Reisebüro und -Geschäftsstelle Frankfurt), Sabine Eis (Versicherungsfachfrau ADAC Hessen-Thüringen), Jessica Pinto und Irina Küster (beide ADAC-Reisebüro Offenbach, Stadthof) - können sie aus dem Ärmel schütteln.

Andere Länder, andere Sitten

Beispielsweise zum Stichwort Wasserqualität. Der längst auch im Tourismussektor zum Giganten gewachsene Automobilclub hält jederzeit die Ergebnisse seiner Wassertests bereit, um Kunden und sich böse Überraschungen zu ersparen.

Oder in Sachen Flüssigkeiten (weiterhin nicht mehr als 100 Milliliter im Handgepäck), großes Gepäck (neu: nur noch ein Koffer mit maximal 23 Kilo), nordamerikanischer Einreiseverkomplizierung (nur mit vorheriger Anmeldung im Internet und Preisgabe einiger persönlicher Daten). Oder eben zum Thema Krankenversicherung und Pannenschutz. Die sind beispielsweise per Plus-Mitgliedschaft zu haben und gelten nachweislich nicht nur bei Verkaufstalenten als nötige Investition, weil Unfall und Krankheit im Ausland schnell passieren und mehr als teuer werden können.

Und für Perfektionisten gab es im Verlagshaus auch elementare Details, die Internetbucher gar nicht oder nur nach langer Suche finden. Wer etwa hätte schon gewusst, dass es bei Indern gar nicht gut ankommt, wenn ein Tourist seinem Kind in durchaus liebevoller Absicht übers mit der Seele gleichgesetzte Haar streicht? Dass es der Russen eigener Aberglaube zwei Menschen verbietet, sich über eine Türschwelle hinweg grüßen. Und dass Damen mit unrasierten Achseln beim Baden in den USA Gefahr laufen, für unzivilisiert gehalten zu werden.

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