Logos der Frankfurter Buchmesse

Rentiergruß an die Finnen

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„Rentier“ von Svetlana Mijic

Offenbach - Es kommt nicht jeden Tag vor, dass auf dem Siegertreppchen drei Offenbacher stehen. Und dies noch bei einem Frankfurter Wettbewerb. Von Claus Wolfschlag 

Doch drei Studenten der Hochschule für Gestaltung haben es geschafft: Die Logos der diesjährigen Frankfurter Buchmesse kommen aus Offenbach. Seit neun Jahren veranstaltet die Buchmesse einen Plakatwettbewerb für den wechselnden Ehrengast. In diesem Jahr ist Finnland an der Reihe. Studenten von vier Hochschulen des Rhein-Main-Gebiets mit gestalterischen Studiengängen beteiligten sich mit etwa 80 Entwürfen am Wettbewerb.

„Stille Wasser“ von Mathias Bär

Neben Arbeiten aus Darmstadt, Wiesbaden und Mainz wurden auch welche aus Offenbach eingereicht. Die Jury, in der unter anderem Vertreter der Buchmesse, des Frankfurter Kulturamts und des Deutschen Designerclubs saßen, kürte die Siegerplakate. Allein den drei Siegern wurde zuerkannt, dass sie „schnell funktionieren“ und das Potenzial haben, dass sich der Betrachter in das Motiv „tief hinein“ begebe. Der Erfolg der Offenbacher Studenten kommt dabei nicht von ungefähr. War die Wettbewerbsteilnahme doch Ziel eines Plakatkurses bei Professor Klaus Hesse im Fachbereich Visuelle Kommunikation. Die Aufgabe war, einen freien, verspielten Willkommensgruß für das Gastland der Buchmesse zu entwerfen.

Ein Land, das unscheinbar wirkt

So ging der dritte Platz an das „Spiegelbild“ von Karin Rekowski. Die Erlangenerin arbeitete als Mediengestalterin und studiert seit fünf Jahren an der HfG. Ihr Entwurf zeigt eine im Wasser gespiegelte Uferlandschaft, gedreht um 90 Grad. Es sei, so Rekowski, „ein typisches Fotomotiv, das man sich aus dem Finnlandurlaub mitbringt. Wenn es gedreht ist, ist es nicht so langweilig, man nimmt die schöne Silhouette, die die Baumspitzen bilden, viel besser wahr.“ Die zugefügte Schrift lässt an ein aufgeschlagenes Buch denken.

"Spiegelbild“ von Karin Rekowski

Mathias Bär errang mit seinem Entwurf „Stille Wasser“ den zweiten Platz. Zu sehen ist eine Verbindung aus der finnischen Nationalflagge und dem Vogelblick auf stilisierte Wasserläufe. Bär, der neben dem Studium als Grafiker und Interaction Designer arbeitet, erklärt sein Motiv mit dem Wasserreichtum des Landes: „Bei den Recherchen zu meinem Plakat ,Stille Wasser‘ habe ich herausgefunden, dass es in Finnland 187 888 Seen gibt. Es wird auch das Land der tausend Seen genannt. Es gibt also in Finnland eine Menge stille Wasser. In Zusammenhang dazu ist mir das Sprichwort ,Stille Wasser sind tief‘ eingefallen. Auch für mich war es ein Land, das eher unscheinbar wirkt. Ich wollte damit ausdrücken, dass sich sehr viel mehr hinter dem Namen Finnland verbirgt, als man vermutet. Mehr als Saunen und Rentiere.“

Impressionen der Buchmesse 2013

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

Wettbewerbs-Sieger wurde allerdings der stilisierte Entwurf eines Rentiers aus der Hand Svetlana Mijics. Die Serbin stammt aus Novi Sad und studiert seit sechs Semestern in Offenbach: „Meine Idee war, ein Plakat zu machen, das einfach und verständlich ist. Deswegen habe ich ein Rentier dargestellt, das gleichzeitig auch wie ein Bleistift aussieht. Ich habe das ganz minimalistisch gemacht, weil mir Skandinavien auch so vorkommt, besser gesagt, reduziert und stark.“

Die drei besten Motive erhalten Preisgelder, zwei der drei Erstplatzierten werden im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse in der ganzen Stadt plakatiert. Die insgesamt zehn besten Entwürfe sind außerdem als Postkarte erhältlich. Die Freude über die überraschende Auszeichnung war bei den Studenten sehr groß. „Ich habe den Gewinn gar nicht erwartet, aber mich riesig darüber gefreut. Ich werde mir für das Preisgeld ein Grafik-Tablet kaufen und es vielleicht für eine Reise verwenden“, sagte Svetlana Mijic. Mathias Bär freute sich vor allem, dass sein Motiv auch in Frankfurt plakatiert und als Postkarte vertrieben wird. Und Karin Rekowski will das Preisgeld für Bücher ausgeben.

Die Frankfurter Buchmesse ist vom 8. bis 12. Oktober

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