EOSC: Vorsitzender tritt wie angekündigt zurück / Nun rückt wieder Ordnung der Finanzen in den Blick

Rettendes Ufer ist in Sicht

Lenkt zunächst bis zum April 2012 die Geschicke des EOSC: Matthias Wörner. Foto: gel

Offenbach - Nach der turbulenten Jahreshauptversammlung im Mai, die mit dem Abbruch der Veranstaltung endete, kommt der Erste Offenbacher Schwimmclub (EOSC) offenbar wieder in ruhigeres Fahrwasser. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Unspektakulär vollzieht sich am Mittwochabend im Kolpinghaus gleich zum Beginn der erneut angesetzten Mitgliederversammlung der angekündigte Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Dieter Levi-Wach. Vor knapp 80 anwesenden Vereinsmitgliedern beteuert er: „Es tut mir wirklich weh, dass es so gekommen ist. Es kann sogar sein, das es einigen Leuten recht ist. Mir ist aber überhaupt nicht egal, wie mit mir verfahren wurde.“ Der 67-jährige, der rund zwei Jahre EOSC-Vorsitzender war, reagiert damit auf die Kritik an seiner Amtsführung. Er wolle nach wie vor für diesen Verein da sein und sehen, dass dieser weiter prosperiere, so Levi-Wach. Auch werde man ihn in Zukunft im Waldschwimmbad antreffen. Weil der Verein nun bis zu den turnusmäßigen Neuwahlen im April des nächsten Jahres ohne Vorsitz ist, führt Schatzmeister Matthias Wörner als erster Stellvertreter den größten Offenbacher Verein. Der 48 Jahre alte Ex-Wasserballer ist im Verein groß geworden, leitet auch die Triathlon-Abteilung.

Wörner zeigt Verständnis für die Entscheidung Levi-Wachs: „Es kann nicht sein, dass ein Ehrenamt dazu führt, dass man wie eine Sau durch die Stadt gejagt wird. Am Ende sollte man doch immer noch ein Bier miteinander trinken können.“ Im übrigen gelte auch hier wieder die alte Erkenntnis: Wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Es sei bestimmt nicht alles gut gelaufen, und er habe viel einstecken müssen. Der Schritt zurück sei sehr mutig. Wörner dankte Levi-Wach für seine geleistete Arbeit.

Beim rund 2 300 Mitglieder starken EOSC, der zudem das einzige Offenbacher Schwimmbad betreibt, kann man nicht nur schwimmen, sondern auch Wasserball, Basketball und Tennis spielen. Außerdem gibt es eine Triathlon-, Senioren-, Masters- und Damengymnastikabteilung. Durch die vielen verschiedenen Gruppierungen ist der jährliche Finanzbericht entsprechend umfangreich. Er erfordert als nächster Punkt auf der Tagesordnung umfangreicher Erläuterung. 2010 erwirtschaftete der Verein ein Defizit von 48 605 Euro. Bereinigt man diese Summe um den Forderungsverlust an Norbert Baßmann in Höhe von 68 469 Euro - der ehemalige Vorsitzende hatte während seiner Amtszeit Gelder veruntreut, von denen nur ein Teil wieder eingetrieben werden konnten - dann stünde unterm Strich keine rote Zahl, sondern eine schwarze - 19 863 Euro. Ausweislich der Jahresrechnung 2010 verfügt der EOSC über liquide Mittel in Höhe von 164 000 Euro. Bei sparsamem Wirtschaften, sagt Wörner, könne das fürs Budget 2011 reichen.

Im Zuge der Finanzdarlegung gibt es Stimmen, die eine Erhöhung der Beiträge fordern. Mit Hinweis darauf, dass insbesondere Familien eine solche Erhöhung nicht so ohne weiteres verkraften könnten und der Verein auch eine soziale Verantwortung habe, wird das Thema auf nächstes Jahr vertagt.

Eine finanzielle Besonderheit und dem Betrieb des Schwimmbads geschuldet ist das Verrechnungskonto mit der Stadt. Die überweist jährlich rund 400 000 Euro für den Badbetrieb und steht in der Regel auch für notwendige Zusatzausgaben gerade. Noch unklar ist indes, ob sie auch die 65 000 Euro übernimmt, mit denen die Miete für eine Überdachung des kleinen Beckens zu Buche schlagen. Um den Schwimmbetrieb aufrecht zu erhalten, war im Winter 2009/2010 als das große Becken saniert wurde, ein Art Festzelt über dem 25-Meter-Becken errichtet worden.

Weil dieser Posten noch der Klärung bedarf, werden Vorstand und Schatzmeister nur unter Vorbehalt entlastet. Zuvor haben die nicht anwesenden Kassenprüfer Sigrid Isser und Edmund Flößer, Stadtverordnete von CDU beziehungsweise Grünen, schriftlich wissen lassen, dass sie keine Einwände gegen den Finanzbericht haben.

Ebenfalls unklar ist das Verfahren um eine im Zuge der Badsanierung entstandene Forderung des zunächst mit dem Umbau beauftragten Architekten. Obwohl Vergleichsgespräche bislang erfolglos waren, soll mit ihm noch einmal das Gespräch gesucht werden.

Kommentare