Der richtige Zug zum Job

Offenbach - (fel) Jede Reise beginnt mit einer grundsätzlichen Orientierung und endet mit der Ankunft am gewünschten Ziel. Und wie beim Reisen gibt es auch bei der Berufswahl viele Wege und Möglichkeiten, die oft an das Gleisgewirr vor einem Hauptbahnhof erinnern.

Hier wollen Stadt und Kreis Offenbach Klarheit schaffen, die richtigen Weichen stellen. Passend zu Beginn des Schuljahres führen sie den „Berufswahlfahrplan“ ein, der Schüler, Eltern und Lehrer bei der Berufsorientierung unterstützen soll. Wie ein Fahrplan des Nahverkehrs besteht auch der „Berufswahlfahrplan“ aus einem Startpunkt und einem Ziel, mit 18 aufeinander aufbauenden Stationen dazwischen.

Die Reise beginnt bereits in der 7. Klasse, in der die Schüler - so der „Berufswahlfahrplan“ - erstmals mit der Frage konfrontiert werden sollen, wohin ihr beruflicher Weg führen könnte. Die Eltern werden in den Berufsorientierungsprozess einbezogen und die Schüler erstellen ein erstes Fähigkeitsprofil.

Später sollen dann erste Einblicke in die Arbeitswelt folgen, Informationen über die unterschiedlichen Berufe im Unterricht aufbereitet, Beratungsgespräche geführt, Bewerbungskompetenz erworben werden. Der Fahrplan schafft einen Überblick, wer welche Rolle bei der beruflichen Orientierung einnimmt und bringt die vielfältigen Angebote in Stadt und Kreis in eine logische Reihenfolge.

Der vom Land finanzierte „Berufswahlfahrplan“ wird in Form einer Broschüre in den siebten Klassen verteilt und ist - neben weiteren Informationen - auch hier online abrufbar.

Erarbeitet wurde der 35-seitige Leitfaden in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt, den Schulen, der Agentur für Arbeit, der Bildungsträger sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach und der Handwerkskammer Rhein-Main. IHK-Präsident Alfred Clouth erläutert das Konzept der Kooperation: „Wir, die Akteure auf dem Ausbildungsmarkt, sind praktisch die Servicemitarbeiter in der Bahnhofsvorhalle, um die Berufssuche zu verbessern und aus der Vielfalt an Angeboten und Möglichkeiten auf dem Weg zum Zielberuf die beste Verbindung heraus zu suchen.“

Für die Schulen bedeutet der „Berufswahlfahrplan“ durchaus Mehrarbeit: Sie müssen die bestehenden Curricula anpassen und Lehrer fortbilden. Außerdem - und das ist möglicherweise die größte Aufgabe - sollen sie gezielt die Eltern der Jugendlichen ansprechen: „Ohne die Beteiligung der Eltern wird nichts gehen“, mahnen Kreisbeigeordneter Carsten Müller und Peter Bieniussa vom Staatlichen Schulamt. Sie sollen über zusätzliche Angebote wie das „Elternfrühstück“ in der IHK, erstmals am 25. September ab 8.30 Uhr, künftig besser erreicht und zur Mitarbeit an der Zukunft ihrer Kinder bewegt werden.

Rubriklistenbild: © AP

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