Es riecht nach Brandstiftung

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Einige kleinere Brände in der Gegend um die beiden Vereinsheime an der Mühlheimer Straße, die in den Tagen zuvor ausbrachen, legen die Vermutung nahe, dass ein Feuerteufel am Werk ist.

Offenbach ‐ Was zahlreiche Leser in Kommentaren auf unserer Internetseite am Donnerstag schon vermutet hatten, deckt sich am Freitag mit den Erkenntnissen der Polizei: Bei dem Brand der Vereinsheime von Rot-Weiß Offenbach undItalsud war wohl ein Feuerteufel am Werk. Von Matthias Dahmer

„Ein technischer Defekt ist aufgrund der Spuren eher auszuschließen, nicht aber eine Brandstiftung“, zitiert Polizeisprecher Henry Faltin die eher vorsichtige Formulierung seiner Kollegen von der Brandermittlung. Doch gleich darauf wird er konkreter: „Da bei dieser Jahreszeit auch eine Selbstentzündung kaum in Frage kommt, bleibt eigentlich nur Brandstiftung übrig.“

Dafür, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, sprechen auch die, so Faltin, örtliche und zeitliche Konzentration ähnlicher Fälle. So ging am 21. November ein im Karl-Herdt- Weg abgestellter Laster in Flammen auf, am 23. November brannten im Bischofsheimer Weg und in der Straße Am Wiesengrund Mülltonnen. Einen Tag später wurde wieder im Bischofsheimer Weg ein weiterer Brummi abgefackelt und dann tags darauf der Großbrand der aneinander gebauten Vereinsheime, bei dem wie berichtet ein Schaden von rund 200.000 Euro entstanden ist.

Ein unbesonnenes Verhalten

Gestern Vormittag sieht es kurzzeitig so aus, als sei der Polizei ein schneller Fahndungserfolg vergönnt: Gegen 11.45 Uhr wird ein Brand in einer Lagerhalle am östliche Rand des Güterbahnhofs gemeldet. Fünf Streifenwagen sind schnell am Einsatzort und nehmen drei Personen fest. Doch schon wenig später stellt sich heraus: Die zwischen 16 und 18 Jahre alten Jugendlichen haben in er Halle nur brennbares Material zusammengehäuft, um eine Art Lagerfeuer zu entzünden. „Ein unbesonnenes Verhalten, das mit den anderen Bränden aber nichts zu tun hat“, sagt Faltin.

Unterdessen haben die Stadt und der OFC bekräftigt, die Kicker von Rot-Weiß und Italsud zu unterstützen. Oberbürgermeister Horst Schneider hat mit den beiden Vereinsvorsitzenden Rudolf Priemel und Carmelo Manoti Kontakt aufgenommen und sein Bedauern über den Schaden an den vor zehn Jahren errichteten vereinseigenen Bauten ausgedrückt. Gleichzeitig hat er den Vorsitzenden eine städtische Soforthilfe zugesagt, damit die Mannschaften den Spielbetrieb aufrecht erhalten können.

Satz Trikots

Auch Thomas Kalt, Geschäftsführer der OFC-Profiabteilung, sagt Hilfe zu. So werden die Kickers ein Benefizspiel für die betroffenen Vereine austragen. Anstoß soll im Frühsommer 2011 im neuen Sportzentrum Wiener Ring sein.

20 Trainingsbälle verspricht den Rot-Weißen Christian Fülbier, Inhaber des Jack Wolfskin Store Offenbach. Er kann den Fußballern zudem einen Satz Trikots übergeben, die bereits vor dem Brand zugesagt waren, aufgrund von Lieferverzögerungen aber noch nicht angekommen waren.

Der Spiel- und Trainingsbetrieb ist von dem Brand nicht wesentlich betroffen. Ab Montag steht der Tennenplatz wieder zur Verfügung. Die Umkleidekabinen, Eigentümerin ist die Stadt, blieben von den Flammen verschont.

Auf Veranlassung von Sportbüroleiter Jürgen Weil werden die Gebäude aus Sicherheitsgründen nun durch einen Bauzaun gesichert, zumal der Schulweg zur Friedrich-Ebert-Schule übers Sportgelände führt. Am späten Nachmittag trafen sich Vereinsvertreter im Sportbüro, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Über das Ergebnis will Jürgen Weil in der nächsten Woche informieren.

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