Aus Ritzen tropft Taubenkot

Ratten der Lüfte verdrecken Offenbach-Ost 

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Aus hygienischer Sicht untragbar: Taubendreck quillt aus dem Dach und landet auf dem Hauptzugang.

Offenbach - Er sei treuer Bahnkunde, sagt Joachim S. Deshalb hat er jetzt auch die Nase voll von der Taubenplage an der Station Offenbach-Ost. Was er uns und der Bahn in einem Schreiben zu berichten weiß, ist in der Tat mit unappetitlich noch ziemlich höflich umschrieben. Von Matthias Dahmer

Nur, das sei schon mal vorweg genommen: Ändern wird sich wohl so schnell nichts.

„In Teilen der Überdachung nisten wohl Dutzende Tauben“, schildert der Bahn-Pendler die Zustände, die er auch fotografisch festgehalten hat. Durchgängig sei ein Kratzen und Schaben, ein jämmerliches Wimmern und Fiepen zu hören. Aus den Ritzen der Dachverkleidung rieselten Federn und alter Taubenkot, frischer natürlich auch. Ekliger Höhepunkt ist für Joachim S. ein Taubenkadaver, der in den Ritzen hängt. „Ich möchte nicht wissen, wie schlimm es dann erst im Dach selbst aussieht, nur zwei Meter über den Köpfen tausender Fahrgäste.“

Ticketautomaten und Fahrpläne betroffen

All das finde sich direkt oberhalb des Hauptzugangs. Ebenfalls betroffen seien nebenan die Ticketautomaten und Fahrpläne. Joachim S.: „Ein Aufenthalt dort ist nicht nur mit großem Ekel verbunden, die Chance von herabfallenden Exkrementen getroffen zu werden, ist extrem groß, wie man auf den unzähligen Spuren am Boden erkennt.“

Alles in allem, da spricht der ÖPNV-Nutzer anderen Bahnkunden sicher aus der Seele, halte er den Zustand aus gesundheitlicher Sicht für untragbar. Joachim S. hat auch einen Vorschlag, wie sich die Zustände abstellen ließen: „Ein Verschließen der Öffnungen zum Dach sollte mit einfachen Mitteln machbar sein, denn andere Dachbereiche im Bahnhof sind davon nicht betroffen.“

Problem seit längerem bekannt

Bei der Bahn, sagt eine Sprecherin auf Anfrage, sei das Problem seit längerem bekannt. Und natürlich sei das eine „unschöne Sache“ Aus „Tierschutzgründen“ könne aber nicht viel dagegen gemacht werden. Bislang werde regelmäßig gereinigt, zudem sei geplant, die Schlupflöcher für die Vögel zu schließen. „Wir sehen nicht tatenlos zu“, versichert die Pressesprecherin.

Mehr als auf die unhaltbaren Zustände hinzuweisen, bleibt auch der Stadt nicht übrig. „Wir haben die Bahn schon mehrfach gebeten, Vergrämungsmaßnahmen zu ergreifen, damit es die Tauben dort nicht mehr so kuschelig haben. Das ist wegen der Dachkonstruktion aber wohl schwierig“, sagt der stellvertrende Ordnungsamtsleiter Frank Weber. Bislang bleibe wohl nichts anderes übrig, als regelmäßig zu reinigen.

Fernbahnhof: Hässliches Nadelöhr

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