Rock & Shop

Begehrte Restbestände im Alten Schlachthof

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Die Auswahl groß, die Preise bezahlbar, das Ambiente passend: Rock & Shop im Alten Schlachthof hat sich etabliert.

Offenbach - Wenn Frauen und Männer wie Raubtiere zwei Tage lang auf Beutezug durch den Alten Schlachthof streifen, bedeutet dies: Es ist wieder Zeit für Rock & Shop. Von Ramona Poltrock

Getreu dem Motto „Fashion, Music, Food & Drinks“ können Mode-Interessierte in einzigartiger Kulisse an ausgewählten Ständen ihren Kleiderschrank aufbessern. Eines wird sofort klar: Die Veranstalter beschränken sich nicht auf die Zielgruppe 30, erfolgreich und gutaussehend. Es zählt der individuelle Modegeschmack. Beim Eintritt in den Alten Schlachthof sieht der Besucher, dass es anders zugeht als beim Ausverkauf großer Einzelhandelsketten. Auch von Wühltischen keine Spur. Vielmehr lädt gedämpfte Musik die am Ende mehr als 4000 modisch Interessierten zu einem ruhigen Bummel durch die zwölf Stände ein. Ob 15 oder 50, jede Frau und jeder Mann kann Klamotten, die im Einzelhandel für das kleine Portmonee zu teuer sind, günstig erwerben und dabei die schöne Kulisse und Atmosphäre genießen – so die geschlossene Meinung von Käufer sowie Verkäufern. Für zusätzliches Durchhaltevermögen sorgen Pommes, Bratwurst und Bier.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr lädt die Agentur „Brandpool“ zum Kollektionsverkauf ein. Shops und Agenturen aus ganz Deutschland, die bekannte und dem Normalverbraucher auch unbekannte Marken vertreiben, bieten ihre Ware der vergangenen und aktuellen Saison zu Niedrigpreisen an. Von Jacken und Jeans über T-Shirts, Pullover bis hin zu Schuhen, Taschen und anderen Accessoires ist alles dabei, was das Mode-Herz begehrt. Dabei stört es nicht, dass die meisten Waren Restbestände sind. „Wir als Agentur haben eine gute Reputation, und die Modehäuser werden ihre Restbestände los. Denn auch wenn Kreativität und Emotionen an erster Stelle stehen, sind wir trotzdem auch Kaufmänner“, sagt Veranstalter Hakan Temür.

Rock & Shop im Alten Schlachthof

Doch nur den wirtschaftlichen Vorteil hat der 39-Jährige nicht im Blick. Vielmehr verfolgt er geschäftlich wie privat eine nachhaltige Einstellung – und zwar nicht in erster Linie im ökologischen, sondern im modischen Sinne. „Gewisse Ansprüche an Mode können auch anhaltend sein: Nämlich, wenn Menschen einen eigenen Stil haben und nicht jedem Modetrend hinterherrennen.“ Dem kreativen Türken geht es um Mode, die sich nicht immer neu interpretiert: „Eine gute Jeans ist dann eine gute Jeans, wenn sie vor 50 Jahren schon gut war und auch die nächsten 100 gut ist“. Deshalb vertreibt er in seiner Agentur vor allem „Nischenprodukte, die einen ehrlichen Charakter und eine gewisse Originalität haben.“

Im sechsten Veranstaltungsjahr konnte der Unternehmer dieser Philosophie jedoch nicht ganz nachkommen. „Eigentlich sollte die Veranstaltung nächste Woche mit anderen Ausstellern stattfinden, aber das passte einigen zeitlich nicht“, räumt er ein. „Die Hälfte der Anbieter wären andere gewesen, denn wir versuchen schon, den Kunden auch Abwechslung zu bieten.“ Aber es soll nun einmal auch nicht jeder x-beliebige Shop einen Stand bekommen. „Wir könnten größer sein, aber das war nie unsere Idee. Es soll hier vielmehr familiär und intim sein und auch bleiben.“

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