Nostalgie mit Gänsehaut

Rodgau Monotones zelebrieren ihren 40. Geburtstag

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„Erbarme ....“ seit 40 Jahren machen die Rodgau Monotones Bühnen unsicher. In der Stadthalle Offenbach gab’s das Geburtstagskonzert.

Offenbach - Dass die Rodgau Monotones zu feiern verstehen, wissen alle, die die schöne Tradition der Weihnachtkonzerte der Band verfolgen. Denn dafür lässt sich das Septett jedes Jahr etwas Besonderes einfallen. Von Detlef Kinsler

Auch den eigenen Geburtstag begehen sie im Fünfjahresrhythmus. Jetzt feierten sie ihren 40. in der ausverkauften Stadthalle. 40 Jahre und ausverkauft. Das ist gut so: Schließlich beklagten die Monotones schon 1984 im Titelsong ihres Top 20-Albums „Volle Lotte“, dass es schon seit Jahren keine guten Partys mehr gäbe. Und was ist das Leben ohne hysterische Feste? Der 40. Geburtstag der Feierbiester ist da natürlich ein wunderbarer Anlass, mal wieder kräftig auf die Pauke zu hauen. Warum also einen Gedanken daran verschwenden, ob die Fans die Jubelfeier auch goutieren würden, wenn die Monotones wie gewohnt „nur“ ein Zwei-Stunden-Feuerwerk mit Hits satt abfahren würden?

Man will ihnen und vor allem sich selbst was gönnen und lädt sich, na klar, eine Reihe lieber Freunde und illustrer Gäste ein. Den Einstieg in den über dreieinhalbstündigen Konzertmarathon lassen die Monotones von den Biebesheimer Alphornbläsern zelebrieren. Echte Scherzkekse, die Drei aus dem Hessischen Ried, wo Berge nicht in den Himmel, sondern in die Ebene hineinwachsen. Die Rodgaus gesellen sich dazu. „E bissie was geht immer“ mit alpenländischem Flair. Nette Idee. Und dann kommt der Boogie-Express ins Rollen bevor der erste, alte Freund aus „Rhein-Main schlägt zurück“-Zeiten, „eine Legende“ die Bühne entert: Loti Pohl von den Crackers.

Der schmettert als Ständchen Puccinis „Nessun dorma“, gefolgt vom eigenen Gassenhauer „Klassenfahrt zum Titisee“. Die Stadthalle Offenbach, mit 4000 Besuchern seit Monaten ausverkauft, ist da schon auf Betriebstemperatur. Aktuelle Titel wie das hessische Seefahrerlied „Hundert Fässer grüner Soße“ werden genauso aus vollem Halse mitgesungen. „Stellt euch vor, Heinz Schenk ist auferstanden und hat sich als Zombie in die Santiano-Tournee eingeschlichen“, heizt Ali Neander in einer seiner launigen Moderationen die Stimmung an.

Fotos zum Rodgauer Strandbadfestival 2017

Ein Höhepunkt jagt nun den nächsten. Wer schlendert da lässig auf die Bühne? Ex-Monotone Henni Nachtsheim und sein Badesalz-Duo-Partner Gerd Knebel, die Pharrell Williams „Happy“ zum Besten geben bevor sich Knebels Flatsch!-Kumpel Olaf Mill nebst Drummer Sepp’l Niemeyer hinzugesellen, um eine echte Hymne zu intonieren: „Gute alte Zeit“.

Parodie pur bietet die deutsche Version vom „Night Of The Proms“-Klassiker „Music“, hier „Susi war die Höchststraf’“ aus der „Night Of The Prols“. Da wird der Saal zum Papierfähnchenmeer. Aber es bleibt auch Zeit für Gefühle. Ruhrpott-Poet Stefan Stoppok singt das Duett „Wetterprophet“ mit Kerstin Pfau – ein Gänsehautmoment. Auch der „Jubiläumsveteran“ hat es sich nicht nehmen lassen, aus Köln anzureisen: Wolfgang Niedecken. „Er bringt Springsteens „Hungry Heart“, „Arsch huh, Zäng ussenander“ und „Verdamp lang her“ zu Gehör. Was kann da noch folgen? Na klar: „Die Hesse komme“.

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