Investor gefunden: Langley übernimmt „manroland“

Offenbach - Für das Offenbacher Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland“ scheint ein Retter in Sicht. Ein Investor sei gewonnen worden, teilte die Insolvenzverwaltung mit. Von Achim Lederle

Wie die Nachrichtenagentur dpa und mehrere Zeitungen berichteten, wollte Insolvenzverwalter Werner Schneider noch gestern in Augsburg dem Gläubigerausschuss ein Angebot der britischen Langley Holdings zur Annahme empfehlen. Eine offizielle Verlautbarung wurde für heute Morgen angekündigt. Dem Vernehmen nach soll der gesamte Standort in Offenbach mit sämtlichen 824 noch verbliebenen Beschäftigten übernommen werden.

Das vom Gründer Anthony Langley geführte Unternehmen hat 2011 bei einem Umsatz von 495 Millionen Euro einen Reingewinn von 56,4 Millionen Euro erzielt. Wesentliche Beteiligungen sind die norddeutschen Technologie-Unternehmen Piller Power Systems und Claudius Peters sowie der Augsburger Schweißtechnikspezialist ARO. Langley hat etwa 2225 Mitarbeiter.

Koenig & Bauer aus dem Rennen

Mit der Briten-Offerte dürfte ein anderer Konkurrent aus dem Rennen sein: In den Vortagen wurde Koenig & Bauer (KBA) von Medien als möglicher Investor genannt. Die Würzburger Druckmaschinenbauer hatten demnach erneut Interesse an Teilen des Unternehmens in Offenbach signalisiert. Dabei soll es vor allem um den Service für „manroland“-Maschinen gehen. In Offenbach arbeiten nach jüngsten Angaben des Insolvenzverwalters noch 824 von zuletzt 1 750 Menschen für „manroland“. Die übrigen sind gestern in eine auf sechs Monate angelegte Beschäftigungsgesellschaft gewechselt oder gekündigt worden. In Offenbach werden Bogendruckmaschinen hergestellt, die vor allem für Werbemittel benötigt werden. Im vorläufigen Insolvenzverfahren hatte Schneider nur das Werk Augsburg an die Lübecker Firmengruppe Possehl abgeben können, während Offenbach und Plauen in Sachsen noch auf langfristige Lösungen warten mussten.

55 Prozent der Arbeitsplätze sollen erhalten werden

Bislang hatte Schneider angekündigt, dass er zusammen mit einigen „manroland“-Managern die Firma zunächst weiterführen und dann einem Investor Platz machen wollte. Dafür könnte auch eine Bürgschaft des Landes Hessen beantragt werden. Für die Firmenleitung ist der bisherige Vertriebschef Rafael Penuela vorgesehen.

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In Augsburg ist unterdessen das eigentliche Insolvenzverfahren für „manroland“ eröffnet worden. Der bisher vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wird das Verfahren leiten, so seine Kanzlei. Ingesamt können Schneider zufolge 55 Prozent der 4700 Arbeitsplätze in Augsburg, Offenbach und Plauen erhalten bleiben. „Angesichts der Kürze der Zeit und der Komplexität des Verfahrens ist dieser Wert erfreulich. Trotzdem ist jede Kündigung eigentlich eine zu viel“, erklärte die Kanzlei.

Rubriklistenbild: © Th. Meier

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