Roländer in Offenbach können hoffen

+
Durch die Pleite des Konzerns sind insgesamt 6500 Jobs bedroht.

Offenbach (psh/re) ‐ Im Insolvenzverfahren beim Druckmaschinenhersteller „manroland“ scheint eine Abspaltung des Offenbacher Betriebsteils mit rund 1900 Beschäftigten möglich.

Ein Vertreter des Insolvenzverwalters habe angekündigt, bevorzugt einen Investor allein für die in Offenbach angesiedelte Produktion von Bogendruckmaschinen zu suchen, wird die Offenbacher Betriebsratschefin Alexandra Roßel von der Deutschen-Presse-Agentur zitiert. Die Ankündigung sei sehr positiv aufgenommen worden.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) sagte unserer Zeitung: „Ich habe den Eindruck, dass bislang nicht mit der nötigen Energie nach einem Investor für den Bereich Bogendruck gesucht worden ist.“ Mit der Bogenproduktion aus Offenbach könne man auf dem internationalen Markt noch einiges bewegen.

Wirtschaftsminister Posch lädt für heute zum Krisengipfel

Was anderswo als gefährliche Zerschlagung des Unternehmens gesehen würde, nährt laut Roßel in Offenbach Hoffnung. Mit dem in der vergangenen Woche abgesagten Einstieg eines Investors wäre eine weitgehende Schließung des Standorts verbunden gewesen, sagte die Betriebsrätin. „Offenbach hätte bluten müssen.“

Lesen Sie zum Thema „manroland“ auch:

Kommentar: Rückhalt sieht anders aus

Insolvenzgeld für Beschäftigte ist sicher

Interview mit Oberbürgermeister Schneider

manroland“: Ungewissheit auf allen Ebenen

Kampf der Roländer hat begonnen

„Der Supergau für die Region

Es war einmal ein Juwel in Offenbach

Insolvenz wird auch Zulieferer betreffen

Roland geht für Neustart pleite „manroland“ insolvent: 6500 Arbeitsplätze in Gefahr Die Branche darbt, ist aber nicht tot

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis hatte den Einstieg in das kriselnde Unternehmen abgesagt, nachdem sich die Alteigentümer Allianz und MAN nicht zu weiteren Zahlungen hatten durchringen können. Durch die Pleite des Konzerns sind insgesamt 6500 Jobs bedroht.

Während in Bayern und Sachsen bereits Krisengipfel tagten, kommen die Verantwortlichen in Hessen erst heute zusammen. Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) trifft sich mit dem Vorstand des insolventen Unternehmens, Arbeitnehmervertretern und OB Schneider. Es müsse zunächst geprüft werden, ob eine temporäre Unterstützung „überhaupt in Frage“ komme, so Posch. Der hessische Sozialminister und Offenbacher CDU-Kreisvorsitzende Stefan Grüttner erklärte: „Mit voreiligen Forderungen und Stellungnahmen ist den Betroffenen in dieser Situation nicht geholfen.“

Derweil meldete die „Financial Times Deutschland“, für „manroland" hätten sich erste Übernahmeinteressenten gemeldet. „Die Ernsthaftigkeit der Interessenten muss erst noch geprüft werden“, wird der vorläufige Insolvenzverwalter zitiert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare