Künstlermarkt: Von rostig bis farbenfroh

Offenbach - Verwegen blickt der Faun aus der steinernen Schale heraus, lüstern streift sein Blick die zwei Nymphen nebenan. Ein Pärchen nimmt das hellenistische Ensemble interessiert in Augenschein, befühlt das Profil und begutachtet die Details. Von Denis Düttmann

„Das ist handwerklich wirklich ganz toll gemacht“, sagt die Frau. „Für den eigenen Garten kann ich mir solche Skulpturen trotzdem nicht vorstellen. Das ist schon ein bisschen exzentrisch.“

Ausgefallene Stücke oder eher zurückhaltende Alltagskunst, handgefertigte Unikate oder seriell hergestellte Produkte – beim Künstlermarkt am Sonntag auf dem Wilhelmsplatz ist für jeden Geschmack etwas dabei. Etwa 100 Künstler präsentieren an ihren Ständen farbenfrohe Aquarelle und rostige Metallskulpturen, bunte Laternen und Ethno-Schmuck aus Steinen, Glasperlen und Lederriemen. Aus Mosaik-Steinen zusammen gesetzte Teller sind ebenso im Angebot wie tönerne Fliegenpilze für den Garten.

Bilder vom Künstlermarkt:

Künstlermarkt

Im Zelt der Jugendkunstschule dürfen sich die Kleinen künstlerisch austoben: Unter dem Motto „Aus Alt mach' Neu“ gestalten die jungen Kreativen Kunstwerke aus recycelten Materialien. „Ich bastele ein Mobile aus Holz und alten Getränkedosen“, sagt Kim. „Das wird ein Geschenk für meine Mama.“

Nach der ausgedehnten Einkaufstour entspannen sich die Besucher bei strahlendem Sonnenschein in den angrenzenden Kneipen und Cafés. Auf der Bühne wiegen sich drei Frauen aus der Tanzschule Tamarisk zu orientalischen Klängen, wenig später zeigen die Studenten der Schule für Mode, Grafik und Design dort ihre ausgefallenen Entwürfe.

Schreibwerkstatt erhält ersten Preis

Während sich die Kunden über den Platz treiben lassen, hat die Jury des Künstlerwettbewerbs eine Mission. Bürgermeistergattin Konstanze Schneider, Helmut Weismantel, Inhaber des Geschäfts „Im Rahmen“, und Jürgen Eichenauer, Leiter des Hauses der Stadtgeschichte, sind auf der Suche nach den besten Künstlern des Marktes. Nach einem einstündigen Rundgang steht ihre Entscheidung fest: Die Offenbacher Schreibwerkstatt erhält für ihre kalligrafischen Arbeiten den ersten Preis.

Rubriklistenbild: © Georg

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