Rote Karte schon vorm Anpfiff ?

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Leitet den Polizeieinsatz beim Pokalderby am Sonntag: Bernd Denninger.

Offenbach - (mad) Auch wenn sie am Sonntag Überstunden machen müssen sind sie keine Spielverderber: „Wir freuen uns auf ein schönes Derby“, sagt Bernd Denninger, Einsatzleiter der Polizei beim Pokalspiel der Kickers gegen die Eintracht.

Wie schon bei den zurückliegenden Derbys haben es sich die Ordnungshüter zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsdiensten und Ordnern für einen ungetrübten Spielgenuss auf Seiten der Zuschauer zu sorgen. In erster Linie gilt es, friedliche Zuschauer zu schützen, gewalttätige Ausschreitungen zu verhindern und damit einen sicheren Ablauf des Spiels zu gewährleisten. Taktisch richtet sich die Polizei mit ihren abgestuften Maßnahmen am Verhalten der Fans aus und setzt auf Kommunikation und frühzeitige Kanalisierung der jeweiligen Vereinsanhänger.

Am besten wäre es natürlich, wenn die Polizei überhaupt keinen Anlass hätte, einzuschreiten“, stellt Denninger klar. Alle, die es auf Randale anlegen, müssen damit rechnen, dass die Polizei im Fall des Falles entschlossen eingreift; nicht nur im Stadion, sondern auch im Stadtgebiet sowie in den Zügen und Bussen. Denninger: „Anders als beim Spiel auf dem grünen Rasen, wird es in einem solchen Fall keine andere Regelung geben als die gelbe oder rote Karte - wenn notwendig, schon vor dem Anpfiff.“

Wegen der begrenzten Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Stadionnähe rät der Einsatzleiter den Zuschauern zur frühzeitigen Anreise und zur Nutzung des erweiterten Angebots an öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Stadion wird bereits um 14.30 Uhr geöffnet und im Pendelbetrieb von den Linienbussen angefahren. Das Spiel beginnt um 17.30 Uhr.

Ordnungsdienst und Polizei werden zusätzliche Kontrollstellen am Stadion einrichten um einen zügigen Einlass für die Besucher zu gewährleisten. Wer nach Spielbeginn ins Stadion will, muss ebenfalls mit gründlichen Kontrollen rechnen. „Wer zu spät kommt, muss warten. Und für Leute, die keine Eintrittskarte haben, macht es keinen Sinn zum Stadion zu fahren“, sagt Denninger. Das Spiel ist restlos ausverkauft und die Kassen bleiben demzufolge geschlossen.

Seit Wochen steht die Polizei mit allen Verantwortlichen in Kontakt und bereitet sich intensiv auf dieses sportliche Highlight für die Rhein-Main-Region vor. Für Polizeidirektor Denninger bedeutete dies zahlreiche Abstimmungsgespräche mit den Vereinsführungen der Kickers und der Eintracht, dem DFB, mit den beiden Städten sowie Feuerwehr und den Rettungsdiensten. Nicht zuletzt waren die Fan-Beauftragten und -Vertretungen in den Kreis der Gesprächspartner mit einbezogen.

Auch die Trainer und Spieler beider Teams sind sich darin einig, dass ihr Auftreten bei diesem Pokalspiel vor ausverkauftem Haus großen Einfluss auf die Emotionen der Zuschauer hat. Gemeinsam will man durch faires Miteinander auf dem Platz deutlich machen, dass die Entscheidung auf dem Rasen fällt und vor oder im Stadion kein Platz für Rowdys ist.

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