Rotzen wie ein Fußballstar

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Wie die großen Vorgänger: Nicht erst seit das Sportfernsehen Fußballstars in Großaufnahme vorführt, wie sie Atemwege von überflüssigen Substanzen befreien, wird gespeichelt, was das Gaumenzäpfchen hält.

Offenbach - Ei guude, ihr Leut‘! Erst rückwärtig röcheln, sammeln, was die Drüsen hergeben, raus damit an die frische Luft und, platsch!, runter damit auf die Gass’. Von Thomas Kirstein

Nicht erst seit das Sportfernsehen geradezu genüsslich Fußballstars in Großaufnahme vorführt, wie sie Atemwege und Rachenraum von überflüssigen Substanzen befreien, wird in dieser Stadt gespeichelt, was das Gaumenzäpfchen hält.

An Unappetitlichem im Alltag hat sich nicht zum ersten Mal jemand gestört:

Strafzettel für Stinker

Es ist bloß noch ekelhaft. Und die Rotzlümmel werden immer jünger. Kein Wunder, sind den Kleinen doch nicht nur die erwähnten Kicker Vorbild, sondern auch die großen Brüder, Väter und bewunderte Nachbarshalbstarke.

Alle zeichnen sich oft auch durch weitere Elemente demonstrativer Männlichkeit aus: Das Ausstattungsensemble von dunkler Sonnenbrille, offener Hemdbrust, Goldkettchen, Zigarette und Edelhandy verlangt eben begleitendes Benetzen des öffentlichen Raums im Zehnsekundentakt. Dies vorzugsweise beim kollektiven Herumlungern an öffentlichen Plätzen.

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Da müssen immer jüngere Buben mithalten, üben sich schon auf dem Grundschulhof in eingeschleppten präpubertären Mannbarkeitsritualen. Generation sübergreifend wird der Innenstadtboden verschleimt. Verzeihung für die Wortwahl: Dieses Rotzen ist zum Kotzen.

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