Routine der Kündigung

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Ein paar Scheine und Münzen scheinen nicht gereicht zu haben: Hartnäckig hält sich die Verdächtigung, dem einstmals zweiten Mann an der Holding-Spitze solle der Zwangsabschied vergoldet werden.

Offenbach ‐ Dem Gerücht von einer Halbmillionen-Abfindung für den entlassenen Stadtwerke-Manager Dieter Lindauer ist bereits widersprochen worden. Dennoch hält sich hartnäckig die Verdächtigung, dem einstmals zweiten Mann an der Holding-Spitze solle der Zwangsabschied vergoldet werden. Von Thomas Kirstein

Für die genannten Dimensionen fehle jede Grundlage, antwortet Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther auf die Frage nach einer Abfindung für seinen einstigen Fast-Doppelspitzen-Partner. Es gebe Gespräche, die stünden aber noch ganz am Anfang und seien sehr sachorientiert. „Die Anwälte sichten noch die gegenseitige Argumentation“, sagt Walther, der lieber gar nichts zum Thema lesen würde. Es handele sich um routinemäßige Vorgänge nach einer Kündigung; Anspruch auf Abfindung ergebe sich aus bestehenden Verträge und der Länge der Betriebszugehörigkeit.

Dieter Lindauer kam 2008 als Prokurist zu den Stadtwerke und galt neben Peter Walther als einer der Kronprinzen von SOH-Chef Joachim Böger, der Ende 2009 in den Ruhestand wechselte. Der Projektentwickler hatte sich Hoffnung auf die Nachfolge zumindest in einer gleichberechtigten Doppelspitze gemacht. Formal war diese aus politischen Rücksichten nicht zustande gekommen, doch sollte Lindauer das gleiche Salär wie Walther bekommen (Grundgehalt 160.000 Euro). Im Zusammenhang mit der Erasmus-Affäre dachte Lindauer öffentlich, dass seine Kompetenzen beschnitten werden sollten. Der Magistrat sah einen Vertrauensbruch – die Entlassung folgte.

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