Benefizregatta nachgeholt

„Rudern gegen Krebs“: Wohltäter in 52 Booten

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Letzte Vorbereitungen im Boot, bevor der Startschuss zum Wettrudern fällt: Mehr als 50 Mannschaften treten bei der diesjährigen Benefizregatta der Stiftung Leben mit Krebs gegeneinander an. Mit dem Erlös werden Projekte von Ketteler-Krankenhaus und Sana-Klinikum unterstützt.

Offenbach - Ein Spätsommerunwetter hatte alles platzen lassen: Eigentlich sollte die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ schon vor gut einem Monat an den Start gehen. Aber Dauerregen und Sturmböen machten den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Von Jan Schuba

Davon ließen sich die Veranstalter aber nicht die Laune verhageln und verschoben das Ruderfest auf den gestrigen Sonntag. Dieses Mal war Petrus gnädig und bescherte 52 Mannschaften für den Wettkampf in Bürgel goldenes Herbstwetter. Zum fünften Mal hat die Stiftung Leben mit Krebs aus Mainz-Kastel in Offenbach zu der Regatta aufgerufen: In Zusammenarbeit mit dem Wassersportverein 1926 Offenbach-Bürgel, dem Ketteler-Krankenhaus und erstmals auch dem Sana-Klinikum lädt die Stiftung am gestrigen Sonntag zu einem sportlichen Wettkampf ein: Von den ursprünglichen 79 Mannschaften, die für September angemeldet waren, treten 52 Rudergruppen an.

Allein die beiden kooperierenden Krankenhäuser stellen mehrere Mannschaften, darüber hinaus treten Gruppen aus Firmen, Kindergärten und Fastnachtsvereinen gegeneinander an und begeben sich unter illustren Mannschaftsnamen wie „Die starken Neurologen“, „Karpfenferrari“ oder „Sana-Schnittchen“ aufs Wasser. Nicht nur Offenbacher Ruderfans sind dabei, auch Bootsfreunde aus Frankfurt, Mühlheim, Seligenstadt oder sogar Berlin stehen auf der Teilnehmerliste.

Unter den Gruppen befinden sich auch drei Mannschaften mit ehemaligen Krebspatienten, für die das Rudern als sportliche Betätigung in der Nachsorge einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation leistet: „Rudern ist für sie ein Gewinn an Lebensqualität“, erklärt Stefan Grünewald-Fischer von der Stiftung Leben mit Krebs, der die Regatta als Veranstaltungsleiter betreut.

Auch an Land macht die Regatta Spaß: Ein gemütliches Mainuferfest gibt all denen Anlass zur Ausgelassenheit, die gestern aus der Ferne mitfiebern.

In den verschiedenen Kategorien treten Männer, Frauen und gemischte Mannschaften gegeneinander an, die sich in ihrer jeweiligen Kategorie für das Finale zu qualifizieren versuchen. Am Ende konkurrieren die Sieger der einzelnen Kategorien noch einmal im „Superfinale“ miteinander. Vorbereiten konnten sich die Ruderer durch die Unterstützung des Bürgeler Wassersportvereins und den benachbarten Vereinen: Hochgerechnet haben die Vereine den Teilnehmern gut 250 kostenlose Trainingseinheiten gegönnt, um sie für das Wettrudern in Form zu bringen.

Jede Mannschaft tritt mit einem Startgeld von 300 Euro an: Gemeinsam mit Sponsorengeldern wird so eine Basis von zwei Projekten für Menschen mit Krebs in der Nachsorge geschaffen. Mit dem Erlös wird einerseits die Unterstützung des Projekts „Sport und Krebs“ im Ketteler-Krankenhaus fortgeführt, und am Sana-Klinikum wird der Grundstein für ein neues Projekt mit dem gleichen Schwerpunkt gesetzt. Stefan Grünewald-Fischer rechnet schon während der Regatta mit Roheinnahmen „von rund 20 000 Euro“ aus Startgeldern und Sponsorenbeiträgen. Der endgültige Erlös soll im November vorgestellt werden. Mit dem sollen die beiden Projekte ein Jahr lang finanziert werden. Die Ziele dieser Initiative sind die Verminderung therapiebedingter Nebenwirkungen, die Verbesserung des psychischen Wohlbefindens, die Mobilisierung zum aktiven Beitrag der eigenen Genesung sowie die Erhaltung und allgemeine Erhöhung der körperlichen Belastbarkeit.

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Umrahmt werden die Wettkämpfe auf dem Main gestern mit einem bunten Fest am Flussufer, bei dem sich Besucher und Sportler mit Bratwurst und Kuchen stärken können und zur Bandmusik von der Bühne in der Oktobersonne gemütlich entspannen dürfen. Für die Kleinen hat das Spielmobil Halt gemacht, Luftballonwettbewerb und Losaktion sorgen für Spaß und Spannung.

Als Aushängeschild der Stiftung Leben mit Krebs hat sich die Aktion „Rudern gegen Krebs“ – eine der größten Breitensportveranstaltungen – in den letzten 13 Jahren als fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms vieler deutscher Städte von Lübeck bis Ulm etabliert. Mehr als 100 Regatten an 23 Standorten mit gut 25 000 aktiven Teilnehmern haben für einen Erlös von nahezu sechs Millionen Euro gesorgt, mit denen seither die Lebensqualität von über 10000 Tumorpatienten nachweislich verbessert werden konnte.

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