Ruderverein Hellas

Stadt gleicht Ausfälle aus

+
Blick vom Hafen 2: Zwischen Wiking (hinter der Pappel) und Hafen 2 wird das neue Hellas-Bootshaus auf der bereits planierten Fläche gebaut.

Offenbach - Die Fläche am Nordring ist planiert, von einer grünen Baumwand an der Grenze zu den künftigen Rudernachbarn blieb eine markante Pappel stehen. Am 8. November ist Grundsteinlegung für das neue Domizil des Rudervereins Hellas, das im Frühjahr 2014 nutzbar sein soll. Von Thomas Kirstein

Unterdessen macht in Offenbacher Vereinskreisen der Umstand die Runde, dass die Stadt der Hellas nicht allein ein neues Bootshaus für eine Million Euro (plus noch nicht bezifferte Kosten für Außenanlagen) bezahlt. Mit kritischen Untertönen wird angemerkt, die Ruderer bekämen überdies einen monatlichen Zuschuss von rund 1200 Euro. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Kompensation für entgehende Einnahmen aus Gastronomie.

Alle Artikel zum Neubaugebiet Hafen im Stadtgespräch

Die Hellas weicht bekanntlich nicht aus eigenem Antrieb von ihrem angestammten Sitz nahe der Carl-Ulrich-Brücke. Die Stadt braucht das Gelände für die Entwicklung des neuen Hafenviertels. Der internationale Konzern St. Gobain wird sich dort mit seiner Deutschlandzentrale ansiedeln. Nun hatte der Ruderverein allerdings einen unauflöslichen Erbpachtvertrag bis zum Jahr 2032. Folgen waren zähe Verhandlungen und die zunächst wenig erfolgreiche Suche nach einem alternativen Standort. Die zwischen Rudergesellschaft Wiking und dem Kulturcafé Hafen 2 gefundenen 2700 Quadratmeter sind laut dem Hellas-Vorsitzenden Dr. Bernd Hübinger nicht erste Wahl, werden aber akzeptiert.

Das alte Hellas-Domizil weicht einer Firmenzentrale.

Verzicht übt der Verein, was die im alten Bootshaus bislang etablierte Gastronomie angeht. Ein Restaurant hätte den Neubau sechsstellig verteuert, heißt es bei der Stadt-Tochter Offenbacher Projektgesellschaft (OPG), die den Hafen entwickelt und die Hellas-Umsiedlung finanziert. Ein Ausgleich für den Wegfall der bisherigen Pachteinnahmen ist vertraglich vereinbart. Laut Stadtwerke-Sprecherin Christine Wüst-Rocktäschel gilt das so lange, bis die Hellas eine andere Einnahmequelle gefunden hat. Eine Idee ist, dass die OPG im Hafen Liegeplätze für Sportboote zur Verfügung stellt, die der Verein dann auf eigene Rechnung vermarkten kann.

Brand auf dem Hellas-Gelände

Brand auf dem Hellas-Gelände

Als nicht tragbare Behauptung weist die OPG das Gerücht zurück, die Entscheidung gegen eine Gaststätte im neuen Bootshaus sei gefallen, um dem von der Stadt unterstützten Hafen 2 Konkurrenz vom Leibe zu halten. „Schon in den ersten Sondierungsgesprächen war der geplante Ausstieg des Vereins aus der Gastronomie Thema –lange bevor ein tatsächlicher neuer Standort gefunden war und auch lange bevor klar war, wie es mit dem Hafen 2 weitergeht“, erklärt die Sprecherin. Hellas-Vorsitzender Hübinger unterstreicht das: „Diese Zahlungen ersetzen für uns notwendige Pacht- und Mieteinnahmen, bis wir neue Einnahmequellen haben. Von uns und der OPG entwickelte Ideen können schon 2016 zum Tragen kommen. Die Begründung ist unsinnig, dass wir auf die Gastronomie verzichten, um den Hafen 2 nicht zu schädigen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare