Für Kinder in Südafrika

Rudolf-Koch-Schüler: Jede Runde eine Spende

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Rennen, laufen oder gehen. Beim Spendenlauf der Rudolf-Koch-Schule bestimmt jeder sein eigenes Tempo. Nur auf die Anzahl der Runden kommt es an.

Offenbach - Der Büsingpark ist mit rot-weiß-gestreiftem Plastikband abgesperrt. In unterschiedlichem Tempo folgen rund 800 Rudolf-Koch-Schüler der Markierung. Manche sprinten, viele joggen, einige gehen. Von Sarah Neder 

Gut einen Kilometer lang ist der Rundkurs zwischen Herrnstraße und Kaiserstraße. Alle Schüler verbindet ein gemeinsames Ziel: So viele Runden wie möglich laufen. Die Jugendlichen sammeln beim Spendenlauf für HoKiSA (Homes for Kids in South Africa), eine Organisation, die von Aids betroffenen Kindern in Südafrika hilft. Viele sind Waisen und leben in Ersatzfamilien. Mit dem gesammelten Geld unterstützen die Offenbacher Schüler deren Ausbildung und finanzieren die medizinische Versorgung.

Die Lehrerin am Offenbacher Gymnasium und Initiatorin der Benefizaktion Pamela Leckey erklärt: „Alle Schüler mussten sich im Vorhinein selbst um Sponsoren kümmern, die einen Geldbetrag pro gelaufene Runde spenden.“ Sponsoren sind unter anderem Eltern, Verwandte oder Bekannte der Kinder, aber auch kleinere Unternehmen aus der Nachbarschaft. „Die Spendenbeträge liegen zwischen 50 Cent und fünf Euro pro Etappe“, schätzt Leckey. Manche Geldgeber haben auch einen Festbetrag mit Schülern ausgehandelt, der unabhängig von der Leistung ausgezahlt wird, so die Lehrerin.

Der Kontakt zu HoKiSA sei vor einigen Jahren über den Mitbegründer Lutz van Dijk entstanden. „Da er regelmäßig an Ort und Stelle ist, wissen wir, dass die Hilfe wirklich ankommt“, versichert Leckey. Zwischen Klingspormuseum und Stadtbücherei haben Enes und Joel eine Geh-Pause eingelegt: „Uns tun die Beine weh, aber gleich laufen wir weiter.“ Stolz präsentieren sie die fünf Stempel auf ihrem Unterarm – einer für jede Runde. Sogar einige Lehrer haben sich die Turnschuhe und das Laufhemd übergezogen und joggen mit rotem Kopf vorweg. Auch Stadtrat und Schuldezernent Felix Schwenke trabt in Verbundenheit mit seiner früheren Wirkungsstätte durch den Büsingpark.

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Schüler, die nicht fit genug zum Laufen sind, helfen beim Rundenzählen, sie verteilen Wasser oder spornen an. Organisatorin Leckey weiß: „Manchen, die den Ramadan praktizieren, schlägt das Fasten auf den Kreislauf. Sie müssen nicht laufen, aber helfen an anderen Stellen.“ Eine Hand voll älterer Schüler, die erst vor Kurzem ihr Abitur geschrieben haben, steht mit Stativ und Kamera am Rand. Sie drehen einen Film vom Spendenlauf, der auf die Webseite der Hilfsorganisation HoKiSA gestellt wird. Der Abiturient Samuel ist überzeugt: „Es bringt doch nichts, wenn so was Tolles passiert, und keiner sieht’s.“ Deshalb kümmern sich er und seine Klassenkameraden um die Öffentlichkeitsarbeit. Andere sollen sich etwas unter dem Spendenlauf vorstellen können, so der Abiturient.

Christian Petrak, Sportlehrer der Koch-Schule, glaubt, dass sich der Lauf positiv auf das Klima in der Schule auswirkt: „So eine Aktion ist immer gut für die Stimmung. Es ist wichtig, dass alle für eine Sache einstehen.“ Im Anschluss an die sportliche Wohltat ehrt die Schulleitung die Schülerinnen und den Schüler, die die längste Strecke hinter sich gebracht haben. Außerdem gibt es eine Auszeichnung für die Klasse, die das meiste Geld eingenommen hat. Insgesamt, so schätzt Pamela Leckey, werden etwa 5 000 Euro zusammen kommen. Passend zur Spendenaktion verleiht das Staatliche Schulamt dem Gymnasium auch das Zertifikat für Bewegung und Wahrnehmung.

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