Rückfall nach Jugendstrafe

Drogenkonsum durch Raub- und Einbruchserien finanziert

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Offenbach - Das Offenbacher Schöffengericht hat einen 25-Jährigen für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen, der seit Jahren seinen Marihuana- und Haschkonsum durch Raub- und Einbruchserien finanziert.

Der junge Mann war erst vor Kurzem aus der 2012 angetretenen Jugendhaft entlassen worden. Richter Manfred Beck hatte über einen ziemlich harten Brocken zu urteilen. Als einer der wenigen im Jugendstrafvollzug habe der Angeklagte te seine erste Jugendstrafe vollständig verbüßen müssen, berichtet Beck – weil nicht zu verantworten gewesen sei, ihm eine Reststrafe zur Bewährung zu geben. Man rechnete – mit Recht – mit baldigem Rückfall. Alle Gesprächs- und Therapieangebote im Gefängnis lehnte er ab. Auch umfangreiche Ausbildungsangebote schlug er weitgehend in den Wind. Kaum entlassen, meldete sich der Türke bei seinen früheren Komplizen zurück und beging wenige Monate später wieder einen Raub. Mit erheblicher Gewalt nahm er einem jungen Mann das Handy ab. Er wurde identifiziert und festgenommen. Vor Richter Beck und seinen Schöffen kam auch die schwere Jugend des Angeklagten zur Sprache – allerdings ohne dass sich dies strafmildernd ausgewirkt hätte: Der spätere Serientäter sei in Offenbach unter sehr schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen; die Eltern stritten sich wohl häufiger; möglicherweise wurde der Vater auch handgreiflich.

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Der Jugendliche glitt in die Kriminalität ab, nachdem er sich einer Jugendgruppe angeschlossen hatte. Zuhause wurde er nicht mehr gesehen. In der Gruppe kam er schnell in sehr starke Abhängigkeit von Marihuana und Haschisch. Am Ende brauchte er täglich fünf Gramm Marihuana für 40 bis 50 Euro. Das Geld für die Drogen besorgte er sich zunächst über Diebstähle. Vom Jugendgericht verhängte Arbeitsstunden und Jugendarrest konnten ihn nicht stoppen. In seiner Bande sei es normal, dass man sich Geld vorwiegend durch „Abrippen“ von Altersgenossen oder Jüngeren besorge, erklärte Richter Beck: „Beliebte Opfer sind schwächlich aussehende Jugendliche, die ein hochwertiges Smartphone besitzen und dieses oft sorglos in der Öffentlichkeit zeigen.“ Der Angeklagte entwickelte sich schnell vom Dieb zum Räuber. Fünf Raubüberfälle und mehrere Wohnungseinbrüche brachten ihm 2012 zwei Jahre und neun Monate ein.

Seine aktuelle Strafe trat er direkt nach dem Urteil an. Laut Richter Beck möchte er eine Therapie machen, um ohne Marihuana und Haschisch leben zu können: Macht er so weiter wie bisher, kann er in die Türkei abgeschoben werden.

tk

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