Rückzug mit Beigeschmack

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Der Gründercampus Ostpol muss spätestens Ende 2011 auf die Hochschule für Gestaltung als Mieter verzichten.

Offenbach - Die Hochschule für Gestaltung (HfG) wird die von ihr angemieteten Räume im Gründercampus Ostpol bis zum September des nächsten Jahres aufgeben. Wie HfG-Präsident Bernd Kracke bestätigt, ist eine Verlagerung vorwiegend in eine Immobilie in der Geleitsstraße vorgesehen. Von Matthias Dahmer

Als Grund für den Umzug nennt Kracke den steigenden Platzbedarf der Hochschule, die im Ostpol in der Hermann-Steinhäuser Straße auf rund 800 Quadratmetern über Ateliers und sieben große Lehrräume verfügt. In dem viergeschossigen Gebäude in der Geleitsstraße 103, ein Industriebau aus den sechziger Jahren, stellt der Frankfurter Investor Ardi Goldmann 2500 Quadratmeter „zu einem symbolischen Preis“ zur Verfügung, wie Kracke bereits im Frühjahr betonte.

GBO kann offenbar nicht mehr mithalten

Damit kann die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO), die das ehemalige Postwohnheim in den 2007 eröffneten Gründercampus umgebaut hat, offenbar nicht mehr mithalten. GBO-Geschäftsführer Winfried Männche macht aus seinem Ärger über den geplanten Rückzug keinen Hehl: „Wir haben im Gründercampus alles für die HfG getan, haben die Räume aufwändig nach ihren Wünschen umgebaut. Ich finde das unmöglich.“ Gleichzeitig erinnert er daran, dass in den Ostpol Fördermittel geflossen sind und mit dem Einzug der HfG vor fünf Jahren auch eine Aufwertung des Mathildenviertels beabsichtigt war. Pikant ist zudem: HfG-Präsident Kracke ist zugleich Vorsitzender des Kuratoriums, welches über die Mieter im Gründercampus entscheidet.

Neubau im Hafen im Blick

Die Entscheidung, den Ostpol zu verlassen, räumt Bernd Kracke denn auch ein, basiere auf einer „schwierigen Gemengelage“. Grundsätzlich habe die HfG einen Platzbedarf von rund 5000 Quadratmetern. Aber gleichzeitig Räume im Ostpol und in der Geleitsstraße zu mieten, sei zu teuer. Man werde nun die im Mietvertrag mit der GBO fixierte erste Möglichkeit des Ausstiegs nutzen. Die Planungen der HfG in der Innenstadt, so Kracke, seien auf die nächsten acht Jahre ausgerichtet. Für die Zeit danach hat der Hochschul-Präsident offenbar den Neubau im Hafen im Blick.

Ihr Domizil im Ostpol behalten lediglich die Geschäftsstelle der Hessischen Film- und Medienakademie sowie jene Studenten, die dort wohnen. Es sei also kein völliger Rückzug aus dem Gründercampus, sagt Kracke. Und die positive Entwicklung des Mathildenviertels sei ohnehin schon gut vorangekommen.

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