Käufer mag es bürgerlich

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Deutlich schwungvoller als Heike und Gerd Fischer hantiert Oberbürgermeister Horst Schneider in Rumpenheim mit dem Spaten. Ob’s an der roten Farbe liegt?

Offenbach -  Rumpenheim wächst: Der Spatenstich für weitere 29 Wohnungen und Häuser erfolgt bei bestem Wetter. Es hat aber nicht allein meteorologische Gründe, warum alle Beteiligten strahlen. Von Martin Kuhn

Da ist selbstverständlich Horst Schneider zu nennen, als Oberbürgermeister sozusagen zum Optimismus verpflichtet. Er heißt auf dem nahezu 4800 Quadratmeter großen Baugrund zwischen der Rohrstraße und den Lachwiesen den Architekten Gerd Fischer und etliche Käufer willkommen. „Von 29 Einheiten sind 22 bereits verkauft. Für jeden Bauträger ein Traum. “ Das kommentiert Fischer, ganz Geschäftsmann, natürlich nicht. Erst auf den Hinweis, es gebe weitere Baugrundstücke, antwortet der Diplom-Ingenieur: „Jetzt wollen wir erst einmal dieses Projekt auf den Weg bringen und uns nicht verzetteln.“

Daraus spricht eine gewisse Bodenständigkeit, die offenbar von den Kunden honoriert wird. „Da gab’s noch nie Probleme“, will einer der Gäste auf dem staubigen Grund wissen. Immerhin ist das „Domizil Rohrstraße“ nicht das erste Vorhaben der Fischer Hausbau GmbH, die in Hohenroda sitzt. In den vergangenen Jahren hat die Firma allein in Rumpenheim annähernd 100 Häuser und Wohnungen errichtet. Und wie gesagt: Geht’s nach Schneider, können es ruhig ein paar mehr werden.

Wohnbebauung floriert auch abseits von Rumpenheim

Zum Spatenstich gilt sein besonderer und herzlicher Gruß den Frankfurtern, „die hier künftig wohnen werden“. Das zeigt für den Verwaltungschef, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Heißt: Offenbach wird für eine Klientel zunehmend attraktiv, die auch Lohnsteuer-Einnahmen in die Stadtkasse bringt. Schneider erinnert zudem daran, dass die Wohnbebauung auch abseits der Toplage Rumpenheim florier. Ob’s an der roten Farbe liegt? . Er nennt beispielhaft die Hafeninsel und den Luisenhof.

Toplage? Ja, zumindest für den Oberbürgermeister. Rumpenheim sei der attraktivste Wohnstandort in Offenbach. „Und das sage ich selbst in Bieber; allerdings nur unter Schutz“, flachst er. Na ja. Da werden ihm einige Rumpenheimer sicher widersprechen, die bei den Fluglärm-Demonstrationen in vorderster Reihe stehen.

Selbst ein Ohr davon machen

Aber wie ist es um den Fluglärm bestellt, wenn man ein Haus beziehungsweise eine Wohnung an die Interessenten bringen möchte? „Ich rate stets zum Selbstversuch; alles andere wäre doch unseriös“, bekundet Fischer. Die Leute sollen sich selbst ein Ohr davon machen. Seine Erfahrung: Den Kunden sind andere Faktoren wichtiger. „Es zählen Schule, Umfeld, Vereine, Infrastruktur. Das muss passen.“ Fischer fasst es mit dem Begriff „bürgerlich“ zusammen – und trifft’s wohl punktgenau.

In den Mehrfamilienhäusern entstehen Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit 56 bis 130 m² Fläche. Wohnräume und Balkone sind nach Westen ausgerichtet. Im Parterre befinden sich vier Wohnungen mit Terrasse und privaten Gärten. Läuft alles planmäßig, ziehen die ersten Bewohner Ende des Jahres ein. Beheizt wird das Gebäude über eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage: Beim Heizen wird Strom erzeugt, der im Haus genutzt beziehungsweise ins Netz des örtlichen Versorgers eingespeist wird. Und dafür gibt’s eine gesetzlich festgeschriebene Vergütung.

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