Rumpenheimer Kantorei feiert 30. Geburtstag

Gospel und Getrommel

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Beim Festgottesdienst gab die Kantorei wieder einen Eindruck ihres Könnens. Das nächste große Konzert ist am 17. November.

Rumpenheim - Seit inzwischen 30 Jahren frönt die Rumpenheimer Kantorei der Sangeskunst. Ein Grund, groß zu feiern. Bei einem Festgottesdienst und Empfang in der evangelischen Schlossgemeinde stießen die 40 Sängerinnen und Sänger auf den Geburtstag an. Von David Heisig

Dort, in der Schlossgemeinde, sind die Mitglieder fest verwurzelt. Das freut Pfarrerin Kirsten Lippek. In ihrer Predigt lobte sie: „Sie geben ihre Zeit her, damit es am Ende gut wird.“ Und Lippek betonte: „Wir sind froh, dass wir euch hören.“

Angefangen hat alles im September 1983. Wann die erste Probe war, am 23. oder am 26., daran kann sich Gründungsmitglied Ilse Kriszio nicht mehr erinnern. Ist auch nicht so wichtig. Gut im Gedächtnis ist den Altvorderen aber die Entstehungsgeschichte. Helmut Eckert, seines Zeichens Notar und eigentlich kein Musikprofi, hatte erste Erfahrungen mit einem Chor in Götzenhain gemacht. Seine Liebe zur Musik brachte ihn auf die Idee, einen solchen in Rumpenheim ins Leben zu rufen.

„Ich hab’ mir da was überlegt“, sagte er im Gespräch mit dem damaligen Pastor. Und geboren war ein Singkreis neben dem Kirchenchor. Deutlich wurde schnell, dass ein anderes Repertoire zur Abgrenzung vonnöten war. Ein klassisches, vierstimmig, mit Kantor – die Kantorei war geboren.

Ausrichtung auf die Klassik

Chorleiter ist derzeit Tobias Prautsch. „Du bist der beste Chorleiter, den wir haben“, würdigte ihn Vorstand Ingrid Maierhofer beim Empfang. Und erntete angesichts dessen, dass es ja nur einen Chorleiter gibt, einige Lacher. Der Angesprochene nahm es mit Humor. Er kennt seine Truppe. Maierhofer ist vor allem auf die Entwicklung von einem Singkreis mit Hilfe von „sehr vielen gut ausgebildeten Chorleitern“ hin zu einem respektablen Kirchenchor stolz. Dies ziehe sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Ensembles.

Anspruchsvoll soll das Repertoire sein, so das Selbstverständnis. Daher liegt die Ausrichtung vor allem auf klassischer Literatur. Dennoch versteht sich die Sangestruppe nicht etwa als ein auf Professionalität gebürsteter Künstlerzusammenschluss. „Wir sind alles Laien“, sagt Maierhofer, „die Gemeinschaft ist uns wichtig.“

Über die gesamte Zeit habe es keine Unwägbarkeiten gegeben, an denen der Chor zu zerbrechen drohte, ist Sängerin Gisela Schork stolz. Auch wenn es hier und da mal Reibereien gebe. Als mit dem neuen Chorleiter Rufe nach mehr Struktur und Organisation laut wurden, schuf man einen Vorstand.

Singen nach Gehör

Bei den Proben werden die Stücke vor allem durch Nachsingen erarbeitet. „Wir singen nach Gehör“, erklärt Schork. Gegenseitige Unterstützung sei das A und O. Interessenten müssen also keine Angst vor Aufnahmeprüfung oder Vorsingen haben. Allerdings muss die Bereitschaft für intensives Proben da sein. Darauf legen die Chorleiter Wert. Vor allem, wenn lateinische Messen auf dem Programm stehen.

Und der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt. Gottesdienste, die traditionelle Christmette oder ein großes Konzert im Jahr verlangen Disziplin und Engagement. Anforderungen, die es teils schwer machen, Nachwuchs zu gewinnen. Da steht die Kantorei vor ähnlichen Problemen wie andere Chöre. „Wir können Männer gut gebrauchen“, meint Horst Kriszio. Einige Frauen müssten sogar Tenor singen.

Das Repertoire ist eine Möglichkeit, durch Moderne neue Stimmen zu gewinnen. Das „Vater unser“ im Festgottesdienst ist ein Beispiel dafür. Auch Gospel oder „Getrommel“, die vermehrt einstudiert werden. „Singen kann jeder“, nur versuchen müsse man es. Wer das möchte, besucht montags die Chorprobe von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus (Dornbergerstraße). Und wer lauschen will, ist beim Konzert am 17. November in der Schlosskirche richtig.

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