Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Kitas

„Nachfrage ist deutlich gesunken“

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Offenbach - Kommt bald die Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Kitas? Der Vorstoß von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), die Verlängerung der Öffnungszeiten entsprechender Einrichtungen und damit die Angebote für die Abend- und Nachtstunden finanziell fördern zu wollen, sorgt unter Politikern und Eltern für Diskussionen. Von Jenny Bieniek 

Während die meisten Kitas bislang spätestens um 17 Uhr schließen, will Schwesig mit der Ausweitung sogenannter 24-Stunden-Kitas vor allem Alleinerziehende entlasten, die im Schichtdienst arbeiten und keine andere Betreuungsmöglichkeit für den Nachwuchs haben. Ein entsprechendes Förderprogramm von bis zu 100 Millionen Euro für die Jahre 2016 bis 2018 will ihr Ministerium demnächst vorlegen. In Offenbach ist man derweil noch weit entfernt von Überlegungen über eine mögliche Umsetzung im Stadtgebiet. „Es ist noch zu früh, darüber zu diskutieren“, sagt Claudia Kaufmann-Reis, Vize-Chefin des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO). Man wolle erst das endgültige Programm Schwesigs und die Empfehlung des Deutschen Städtetags abwarten.

Obwohl sieben der 26 städtischen Einrichtungen Randzeiten-Betreuung von 7 bis 19 Uhr anbieten, glaubt Kaufmann-Reis nicht an einen Bedarf nach zusätzlicher Ausweitung der Öffnungszeiten. „Bei Einführung des Angebots vor einigen Jahren war der Andrang zwar groß, inzwischen aber gibt es fast keine Nachfrage mehr“, so ihre Erfahrung. Viele Eltern würden sich heute stattdessen individuell behelfen.

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