Rundum glücklicher Ankermieter

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Dass nicht immer Weihnachten ist und die Krise längst nicht überwunden, spüren einzelne Mieter des KOMM nach den ersten 100 Tagen „Kaufhaus Offenbach Main Mitte“. Das Centermanagement blickt jedoch zufrieden auf die vergangenen Wochen.

Offenbach ‐ Schnee bedeckte Dächer, die Türme der Stadt, irgendwo am Horizont die Frankfurter Skyline. Der neue Centermanager des KOMM, Tarek Abbady, blickt aus einer ganz besonderen Perspektive auf Offenbach. Er schaut aber auch auf zwei leer stehende Bürogeschosse im oberen Teil seiner „Mall“. Von Katharina Platt

Verglast, hochmodern und bereit für den Erstbezug. So wie 108 Tage nach der Eröffnung noch etwa fünf Prozent der Ladenflächen. Die Meinungen, wie erfolgreich das Einkaufscenter gestartet ist, gehen auseinander. Während sich der Eigentümer, die Hochtief Projektentwicklung, zufrieden gibt, gibt es unter den Mieter unterschiedliche Bewertungen der ersten 100 Tage.

Fakt ist: Täglich werden laut Hochtief rund 15.000 Besucher gezählt, die erste Center-Managerin Daniela Ebel hatte seinerzeit 17.000 Kunden erwartet.

Rundum positive Bilanz zieht man beim Ankermieter Tegut. „Wir sind mehr als zufrieden“, versichert Filialleiterin Dorothea Trautner. Die Offenbacher hätten den Lebensmittelmarkt mit der antroposophischen Firmenphilosophie sehr gut angenommen. In den nächsten Monaten rechnet die Leiterin sogar mit noch mehr Umsatz. „So kann es weiter gehen“, fasst sie die aktuelle Situation zusammen. Vor allem das Angebot, bei einem Einkauf ab 20 Euro, die Parkgebühr für eine Stunde zu übernehmen, komme bei vielen gut an. Längst habe Tegut Stammkunden aus Stadt und Kreis gewinnen können.

Die Eröffnung ist sehr positiv gelaufen

Anita Ebeling, Chefin des Traditionshauses M. Schneider, das im Erdgeschoss der Mall einen Gerry-Weber-Shop betreibt, ist mit Bewertung und Prognose vorsichtig. Die ersten 100 Tage seien durchwachsen gewesen, verrät sie. „Insgesamt sind wir noch zufrieden.“

Lesen Sie auch das Interview mit dem KOMM-Management.

Die Eröffnung sei sehr positiv gelaufen, so Ebeling, die Umsätze im November hätten jedoch besser sein können. Die erfahrene Kaufhauschefin weiß jedoch, dass alles Neue Zeit braucht. „Wir sind dabei, Erfahrungen zu sammeln“, sagt sie. Für die Zukunft wünscht sich Anita Ebeling attraktivere Geschäfte im Umfeld. Das Strumpfhaus von M. Schneider in der Großen Marktstraße profitiere jedoch bereits jetzt vom KOMM.

Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt“, sagt unumwunden Ljiljana Gavic, Filialleiterin des „Hussel“-Konfiserie-Geschäfts im Erdgeschoss. „Viele Kunden finden sich noch nicht zurecht.“ Sie wünscht sich, dass das Center in Zukunft mehr beworben wird und die leeren Räume, die sich hinter den Plakatwänden mit den KOMM-Stars verbergen, bald bezogen werden.

Getrübt ist die Stimmung im Zeitschriften- und Zigarettenlädchen „Cigo“ im Untergeschoss.

Die ersten 100 Tage hätten besser laufen können“, sagt eine Angestellte. Aus Erfahrung weiß sie aber, dass es dauert, die Kunden zu gewinnen. Daher werde in dem kleinen Lotto-Toto-Laden Wert auf Service und Freundlichkeit gelegt.

Wie lange Centermanager Tarek Abbady noch in leere Büroräume schauen muss, bleibt abzuwarten. Das Angebot für die Kunden wird sich jedenfalls nach und nach erweitern. Bis März sollen drei weitere Läden dazukommen.

Die Zahlen zum KOMM

  • Am 24. September 2009 wurde das City-Center „Kaufhaus Offenbach/Main-Mitte“ (KOMM) eröffnet.
  • Das 22 Meter hohe Gebäude wurde nach einem Entwurf des Offenbacher „Architekturbüros ATP N+M“ erbaut.
  • Vom Untergeschoss blick man 30 Meter hoch zum Glasdach.
  • Es bietet eine Fläche von insgesamt 44.000 Quadratmetern auf 3 Stockwerke verteilt.
  • 15.700 Quadratmeter stehen als Verkaufsfläche zur Verfügung.
  • Rund 60 Geschäfte haben sich in dem Konsumtempel am Aliceplatz 11 eingemietet.
  • 600 PKW-Stellplätze stehen zur Verfügung.

Bilder vom Eröffnungstag

Eindrücke aus dem KOMM

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