Sadistische Polen sind jetzt im Gefängnis

Offenbach - Sie kamen zum Wodkatrinken nach Offenbach und weil sie hier gleichgesinnte Landsleute vermuteten - und sie gingen als Häftlinge, weil sie sich mehr als zwei Jahre lang im Dauersuff durch die hiesige polnische Parallelgesellschaft prügelten und einmal beinahe mordeten. Von Marcus Reinsch

Das Offenbacher Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck hat zwei Polen weggesperrt. Den einen, 27 Jahre alt und mit Knasterfahrung, für drei Jahre und neun Monate; den anderen, 28, für zwei Jahre und drei Monate.

Die Männer waren bei hier etablierten Einwanderern aus ihrem Heimatland abgeblitzt und im Sommer 2009 auf einem Abbruchgrundstück in Offenbach gestrandet. Dort schwangen sie sich zu tyrannischen Herrschern einer Zechergemeinschaft auf, drangsalierten, erpressten, schlugen ein knappes Dutzend Polen, eine 30-jährige Polin und eine 20 Jahre alte Deutsche. Und wären vermutlich trotzdem mit der Freiheit davon gekommen, wenn sie die Kontrolle nicht verloren hätten.

Einen 65-Jährigen zweimal krankenhausreif geprügelt

Doch sie verloren sie, immer wieder, immer im Suff. Einen 65-Jährigen prügelten sie zweimal krankenhausreif, weil der sich ihrem Befehl widersetzte, sich bei einer Bank eine Kontokarte ausstellen zu lassen, mit der sich Warenhäuser per Lastschriftverfahren hätten betrügen lassen. Im Juni 2009 schlugen der jüngere Despot und ein Komplize einen Polen an einer Bushaltestelle in der Mathildenstraße zusammen, traten ihm gegen den Kopf und ließen erst widerwillig von ihm ab, als die von einem 14-jährigen Migranten alarmierte Polizei zugriff.

Ein weiterer Pole - 61, nach vielen Jahren auf deutschen Baustellen arbeitslos und von einem Bekannten in einer Bürgeler Gartenhütte beherbergt - wurde das zweite Opfer. Die Angeklagten besetzten mit anderen Zechern den Garten, ließen sich vom älteren Landsmann zwar verjagen, rächten sich später allerdings furchtbar mit Fäusten und Füßen, als sie den „Verräter“ in der Wohnung einer Bekannten in der Neusalzer Straße wieder trafen.

Mit Schlüsselbund Kopf blutig geschlagen

Dort begann im April 2009 auch der brutale Höhepunkt und glücklicherweise der Schlussstrich der Geschichte: Als die nun Verurteilten in fröhlicher Wodka-Runde zusammensaßen, klingelte ein 50-jähriger Wohnsitzloser, der in Polen als Polizist gearbeitet hatte. Ihn luden sie zum Gelage ein - allerdings schon mit dem Plan im Kopf, ihm ihre Meinung über „Ordnungshüter“ kräftig einzubläuen. So kam es. Der 28-Jährige beschimpfte den 50-Jährigen als Drecksbullen, schlug mit einem Schlüsselbund dessen Kopf blutig, traktierte ihn dann gemeinsam mit seinem jüngeren Kumpan mit Fäusten. Die Täter gossen Wodka in die Wunden ihres Opfers, ließen es auf dem Boden herumkriechen, traten ihn. Später durchstach der 27-Jährige dem Ex-Polizisten die Hand mit einem Grillmesser, schleppte ihn schließlich in eine leerstehende Wohnung in der 14. Etage und drohte ihm, ihn aus dem Fenster zu werfen. Stattdessen schlugen ihn die Täter nochmals blutig und ignorierten den Rat einer ebenfalls anwesenden, 40 Jahre alte Polin, den Mann umzubringen, weil schon zu viel passiert sei.

Als der 50-Jährige zusammenbrach, schleppte der 27-Jährige ihn auf die Straße und rief den Krankenwagen. Die ihm von seinen Schändern eingetrichterte Lüge, es sei von fünf Südländern so zugerichtet worden, gab das Opfer im Krankenhaus schnell auf.

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