Offenbacher Schlagersängerin Eli Melinda

Außerhalb der Schublade

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Offenbach - Unter dem Künstlernamen Eli Melinda startet die Offenbacherin Elinor Pongracz im Moment musikalisch durch. Mit ihrem Debüt-Album „Nahaufnahme“ landete die 29-Jährige mehrmals unter den Top 10 der Radio-Charts. Von Sarah Neder

In der Kategorie Deutschrock belegt Eli Melinda mit ihrer Single-Auskopplung „Ich will mein Leben leben“ sogar Platz sechs. Die Antwort auf diese Erfolge sind Werbetouren bei Radiosendern wie HR, WDR und SWR, und sogar das Fernsehen interviewt die Musikerin.

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Elinor hat nicht nur seit Kindesbeinen eine erfolgreiche Karriere vorzuweisen. Sie hat auch eine spannende Lebensgeschichte: Geboren wird sie in Siebenbürgen (Rumänien). Als sie gerade einmal acht Monate alt ist, wandert ihre Familie nach Israel aus. Dort lebt sie bis zu ihrem dritten Lebensjahr, bis ihre Eltern beschließen, nach Deutschland, genauer gesagt nach Offenbach, zu ziehen. Elinors Vater ist praktizierender Allgemeinmediziner in der Mainstadt.

„Ich war schon im Kindergarten musikbegeistert“, erinnert sich Elinor: „Stundenlang habe ich versucht, an einem kleinen Spielzeug-Piano Kinderlieder nachzuahmen.“ Ihre Eltern haben das Talent der Tochter erkannt und es mit jahrelangem Klavierunterricht gefördert.

Nach dem Abitur an der Albert-Schweitzer-Schule steht die junge Frau vor einer schweren Entscheidung: Entweder studiert sie Medizin, um so später in die Praxis ihres Vaters einsteigen zu können. Oder sie folgt ihrer Leidenschaft und bastelt weiter an ihrer musikalischen Karriere. Sie entscheidet sich für Letzteres: Elinor geht für dreieinhalb Jahre nach London, um dort am Goldsmiths College „Popular Music“ zu studieren.

„Offenbach hat seinen eigenen Charme“

„Ich bin ein absoluter Großstadtmensch“, schwärmt die Weltenbummlerin von ihrer Studentenzeit in der britischen Hauptstadt. Dennoch kehrt sie nach dem Abschluss zurück nach Offenbach. „Ich bin hier eben aufgewachsen und finde, Offenbach hat seinen eigenen Charme“, gesteht Elinor.

Das Multitalent spricht vier Sprachen fließend: Deutsch, Englisch, Rumänisch und Französisch. In all diesen Sprachen singt sie auch, wobei ihr erstes Album „Nahaufnahme“ ausschließlich aus deutschen Liedern besteht. „Auf Deutsch zu singen kam für mich am Anfang gar nicht in Frage, aber dann habe ich gemerkt, dass ich meine Emotionen so viel besser transportieren kann“, erklärt die Sängerin. Zum Gesang begleitet sie sich selbst am Klavier.

Von einigen Kritikern wird die Musikrichtung von Eli Melinda aufgrund des gefühlvollen Klangs ins Schlager-Genre sortiert. Das passt der jungen Musikerin allerdings nicht ins Selbstbild: „Ich sehe meine Stücke eher als gefühlvollen Deutsch-Pop, aber ich denke nicht gern in Schubladen – ich mache Musik, die mir gefällt.“

Dass sich Elinor nicht gern in Schubladen stecken lässt, leuchtet einem bei der musikalischen Vielseitigkeit der Künstlerin ein. Neben dem Projekt „Eli Melinda“, singt sie englische Cover-Songs, komponiert Filmmusik oder Stücke für Orchestren. „Ich schnuppere gern überall rein“, schmunzelt die 29-Jährige. „Eli Melinda“ sei bisher jedoch ihr erfolgreichstes Projekt.

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Musik ist ihr Leben. Sogar beruflich richtet sich alles nach der Liebe zur Musik: Da sie noch nicht vom Ertrag ihrer Musik leben kann, arbeitet sie beim Sender Planet Radio als freiberufliche Sounddesignerin. Jedoch nur an drei Tagen die Woche, die restliche Zeit, brauche sie für ihre Musik. „Ich bin sehr perfektionistisch, deshalb ist bei mir der kreative Prozess umso zeitaufwendiger“, begründet sie.

Wenn Elinor doch einmal die Möglichkeit hat, ihre Freizeit zu genießen, zieht es sie an ferne Orte: „Ich liebe Reisen. Vor allem die Landschaften meiner Heimat Rumänien beeindrucken mich.“

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