Ein Bild sagt so viel wie tausend Worte

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Kriminalhauptkommissar Markus Wortmann (Zweiter von links) kennt die Gefahren, die im Netz lauern.

Offenbach - Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die meisten benutzen es ganz selbstverständlich zur Information, zur Kommunikation oder auch zum Einkaufen. Die Gefahren des Internets sind aber nicht zu unterschätzen. Von Sabrina Kristen

Der Offenbacher Kriminalhauptkommissar Markus Wortmann hat den Aktionstag „Safer Internet Day“ zum Anlass genommen, junge Menschen über Gefahren aufzuklären.

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Bei Jugendlichen sind vor allem die sozialen Netzwerke wie wer-kennt-wen, Twitter und Co. angesagt. Allein Facebook hat etwa 23 Millionen Mitglieder in Deutschland. Deshalb könnte man mutmaßen, dass etwaige Aktivitäten vollkommen unbedenklich seien. Dem ist aber nicht so, wie Kriminalhauptkommissar Markus Wortmann im Polizeiladen erklärt: „Jeder kann ein falsches Profil unter anderem Namen anlegen und ein beliebiges Bild verwenden.“ Der 49-Jährige ist für Internetprävention zuständig und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Nutzer über mögliche Gefahren aufzuklären.

Helfen will er zum Beispiel Familie Christ. Bei den Offenbachern flatterte erst kürzlich eine unangenehme Nachricht ins E-Mail-Postfach: 130 Euro würden sie einem Onlineversandhaus angeblich schulden, dessen Namen sie noch nie zuvor gehört haben. Doch wie kommen solche dubiosen Händler überhaupt an die Kontaktdaten?

„Innerhalb kürzester Zeit kann jeder durch das Internet Einblicke in das Leben eines Fremden gewinnen“, berichtet Wortmann. So reicht bereits ein Bild von einem bislang Unbekannten aus, um zu erfahren, wer die Person ist, wo sie wohnt und welchem Beruf sie nachgeht.

„Das Internet kennt keinen Radiergummi“

Vor allem die weiblichen Vortragsbesucher sind empört, wie einfach ein unliebsamer Verehrer an ihre Daten kommen könnte. Oberstes Gebot sei die Beobachtung des eigenen Nutzungsverhaltens, betont der Hauptkommissar. „Das Internet kennt keinen Radiergummi“, sagt Wortmann. Aus diesem Grund sollte immer genau überlegt werden, welche Inhalte an die Öffentlichkeit dringen sollen. Überwiegend junge Menschen verspielen sich so häufig die Chance auf einen Arbeitsplatz, beispielsweise durch auf Facebook hochgeladenene Party- oder Urlaubsbilder.

Es geht auch noch schlimmer, wie Wortmann an einem Beispiel deutlich macht. Eine junge Frau wurde monatelang von unbekannten Männern kontaktiert, ohne sich das erklären zu können. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass ein Bekannter der Frau ein Foto von ihr mit ihren Kontaktdaten auf einer Pornoseite veröffentlich hat. Hier kann von einer gewaltiger Rufschädigung die Rede sein.

„Safer Internet Day" klärt über Gefahren auf

„Das Schlimme ist, dass Geschädigte teilweise Monate warten müssen, bis ein Ergebnis erzielt wird“, erzählt Wortmann. Als neue Gefahrenquelle sieht er die modernen Smartphones, die immer beliebter werden. Auch das von den Jugendlichen gerne verwendete „WhatsApp“ sei nicht zu unterschätzen, da es, ähnlich wie bei Facebook, das versendete Material abspeichert. „Leider kann aber nie von einem Rundumschutz im Internet die Rede sein“, sagt der Hauptkommissar. Es schade jedoch nicht, das eigene Bewusstsein für mögliche Gefahren und für einen sicheren Umgang mit dem Internet zu schärfen.

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