Saisonauftakt der Motorradfahrer

Wieder Gefühl fürs Kurvenfahren bekommen

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Ein Sicherheitstraining zum Beginn der Motorradsaison – wie es am Sonntag die Fahrschule Brack am Stummel der B448 anbot – kann nicht schaden.

Offenbach - Normalerweise ist er früher. Viel früher. Die Rede ist vom Saisonauftakt für die Motorradfahrer. Doch spätestens am vergangenen Wochenende dürften auch die letzten Zögerlichen ihre Maschinen angelassen haben. Die Biker-Zeit ist – hoffentlich – noch lang. Von Matthias Dahmer

Und für ein paar nützliche Tipps, wie man wieder richtig reinkommt ins Fahrvergnügen, ist es ohnehin nie zu spät.

„Ganz langsam anfangen“, lautet das Mantra von Lothar Brack. Generationen von Motorradfans hat der Offenbacher Fahrlehrer den sicheren Umgang mit der Maschine beigebracht, noch heute – jenseits der 70 – bittet der agile Bieberer regelmäßig zum Sicherheitstraining. Ein solches ist es denn auch, was er gleich nach dem langsamen Beginn empfiehlt. Denn: „Jeder muss sich darüber im klaren sein, dass er etliche Monate nicht gefahren ist.“ Die Beweglichkeit, das Gefühl fürs Motorrad, für die Schräglage in den Kurven, fürs Bremsen, zählt Brack auf, all das müsse erst wieder trainiert werden. Schließlich solle der Spaß im Vordergrund stehen und nicht ein eventueller Nervenkitzel, wenn man gerade noch so die Kurve gekriegt habe. Wenn man sich diese Zeit nimmt, alles erst einmal wieder trainiert, dann sei Motorradfahren für den Rest der Saison eine „wunderbare Freizeigeschichte“, ist sich Lothar Brack sicher.

Urgestein unter den Offenbacher Fahrlehrern

Ähnlich sieht das Wolfgang Trenkler, ein anderes Urgestein unter den Offenbacher Fahrlehrern: Zu Beginn langsam fahren, wenn möglich ein Sicherheitstraining zum Auftakt, und dann mache es auch wieder richtig Spaß, sagt er.

Trenkler weist zugleich auf eine seit dem 19. Januar geltende gesetzliche Neuerung hin, die vor allem für Ältere interessant sein dürfte: So können jene, die vor dem 1. April 1980 ihren Pkw-Führerschein gemacht haben und bislang nur bis 125 Kubik fahren durften, nach sechs bis acht Fahrstunden und praktischer Prüfung (die theoretische entfällt) eine A2-Lizenz für Motorräder bis 48 PS erwerben. Das gilt auch für diejenigen, die früher einen Führerschein der Klasse 4 für Mopeds mit 50 cm³ ohne weitere Beschränkung ablegten. Bislang können die Älteren Leichtkrafträder bis 11 kW (rund 15 PS) fahren.

Wegen des langen Winters, berichtet Trenkler, habe er nun einige Anwärter auf den Motorradführerschein in der Warteschleife. Vorbei seien indes die Zeiten, in denen man den Lappen fürs Zweirad mal so nebenbei zusammen mit dem Pkw-Führerschein machte. Bei Kosten allein für die Bike-Lizenz um die 1 500 Euro und mindestens nochmal den gleichen Betrag für den Pkw-Schein „macht den Motorrad-Führerschein nur derjenige, der wirklich fahren will“, sagt Trenkler.

Traditionelles „Anlassen“ der Motorrad-Fans

Traditionelles „Anlassen“ der Motorrad-Fans

Grundsätzlich hat er einen Rückgang bei Anwärtern für den Motorradführerschein ausgemacht. Immerhin gebe es Späteinsteiger, die über das nötige Geld verfügten, um sich im reifen Alter „den Traum von der Harley“ zu verwirklichen. Brack kann diesen Trend nicht bestätigen. Was die Zahl der Interessenten für den Motorradschein angeht, sieht er keinen Rückgang..

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