Tumult in der Stadthalle

Sammelsurium: Hochwertig und einzigartig

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Voll war es am Wochenende in der Stadthalle: 168 Aussteller präsentierten dort feines, qualitativ anspruchvolles und kreatives Kunsthandwerk.

Offenbach - Sie sehen aus, als würde ihnen der Tumult in der Stadthalle nichts ausmachen. Die Babys schlafen mit Kuscheltieren im Arm oder gucken mit neugierigem Blick in die Gesichter der Besucher des Kunst- und Handwerkermarkts. Von Bettina Link

Bei genauem Hinschauen aber stellt sich heraus: Das sind gar keine Säuglinge, nur Puppen, die da in ihren Wiegen so seelenruhig liegen. Als wäre Madame Tussauds am Werk gewesen. Doch die täuschende Echtheit ist die Kunst von Veronika Kerpes. Sie hat die lebensecht wirkenden Puppen modelliert. Sogar das Körpergewicht entspricht dem eines Babys, in dem vier Wochen Arbeit steckt, ehe es „das Licht der Welt erblickt“. „Allein für die Haare brauche ich 80 bis 100 Stunden“, verrät Veronika Kerpes. Die Besucher, die sich scharenweise um ihren Stand versammeln, bestaunen die kleinen Wesen und sind beeindruckt von dem feinen Handwerk.

Zu bewundern gibt es viel auf dem 27. Sammelsurium. Die lange Schlange vor der Stadthalle, die sich schon zur Öffnung des zweitägigen Marktes am Samstag bildet, zeigt, wie beliebt die Veranstaltung ist. „Diese vielfältige Kreativität ist eine Freude für die Augen“, schwärmt Hanna Bischof, die jedes Jahr den Markt besucht. Die 168 Aussteller, die aus ganz Deutschland kommen, hat Organisatorin Ursula Merbach sorgfältig ausgewählt: „Wir haben so viele Bewerber, dass wir uns die aussuchen können, die uns am besten gefallen.“

Qualität der ausgestellten Ware

Merbach organisiert den Markt gemeinsam mit ihrem Mann. Die Veranstalterin achtet immer genau auf die Qualität der ausgestellten Ware – und wirft nun einen Blick auf die Innenseite eines Shirts, das die Schneiderin Magdalene-Maria Akens aus Offenbach präsentiert. Zu beanstanden hat sie nichts. Die maßgeschneiderte Kleidung entspricht dem hohen Anspruch, welchen Merbach an die Standbetreiber stellt.

Ob Halstücher, Schmuck, Kleidung, Bilder oder Kerzen – für jeden Raritätensammler und Liebhaber des Besonderen ist etwas dabei. Hella Giesler ist aus Siegen angereist, um auf dem Markt nach Weihnachtsgeschenken zu suchen. Sie schätzt die Auswahl der Künstler: „Es gibt eine breite Palette an vorzüglichem Handwerk.“ Die Kunstwerke dürfen dabei nicht nur betrachtet, sondern an vielen Ständen auch angefasst werden. Hier werden Hüte aufprobiert, dort wird ein neuer Schal umgelegt, an anderen Ständen werden Bilder bewundert oder es wird Schnitzhandwerk gekauft.

27. Sammelsurium in der Stadthalle

27. Sammelsurium in der Stadthalle

Konzentriert geht es am Kerzenstand von Jeremias Petersen aus Wiesbaden zu. Bei ihm werden die Wachskerzen nicht gezogen, sondern gerollt, „eine sehr seltene Art der Herstellung“, erklärt Petersen, der seit sechs Jahren zum Sammelsurium kommt. Die Besucher können ihm auf die Finger schauen, während er die bunten Kerzen fertig.

Bei Ursula Distler aus Nürnberg, die Schmuck aus Glas präsentiert, können sich Interessierte ihre eigene Kette aus verschieden großen und farbigen Perlen zusammenstellen. „Das inspiriert mich“, sagt eine Kundin. Als sie sich für eine Perle entschieden hat, freut sie sich: „Jetzt habe ich einen ganz individuellen Schmuck, den sonst niemand hat.“

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