Sana darf das Klinikum übernehmen

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Offenbach - Jetzt ist es amtlich: Die Sana AG darf das Klinikum Offenbach übernehmen. Das Bundeskartellamt in Bonn gab grünes Licht für den Einstieg des privaten Betreibers beim ehemaligen Stadtkrankenhaus.

„Wir freuen uns sehr, dass die Bundesbehörde so rasch entschieden hat“, begrüßte Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gestern die Freigabe. Für Sana-Vorstand Thomas Lemke ist damit ein wichtiger Schritt für einen erfolgreichen Übergang vollzogen.

Die Übernahme wurde von den Wettbewerbshütern ohne Auflagen freigegeben, wie das Kartellamt dem Unternehmen in einem Schreiben mitteilte. In Deutschland unterliegen alle Zusammenschlüsse vorab der Kontrolle durch die Bundesbehörde, um nachteilige Auswirkungen auf den Wettbewerb auszuschließen. Bis zum voraussichtlichen Starttermin am 1. Juli bedarf es weiterer Genehmigungen, etwa seitens der Finanzbehörden.

Stadt behält Sperrminorität von zehn Prozent

Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich Anfang Mai dieses Jahres mit 52 zu neun Stimmen für eine Mehrheitsbteiligung durch Sana ausgesprochen. Mit der Genehmigung des Bundeskartellamts darf der private Betreiber 90 Prozent der Anteile an der Klinikum Offenbach GmbH von der Stadt Offenbach erwerben. Diese behält weiterhin eine Sperrminorität von zehn Prozent, die ihr Mitspracherechte in wichtigen strategischen Belangen garantiert.

Das in 2010 neu erbaute Klinikum Offenbach zählt zu den modernsten Kliniken in der Region. Es ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und zugleich Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt. Mehr als 2 300 Mitarbeiter in 20 Fachkliniken, Instituten und Belegabteilungen arbeiten für die Gesundheitsversorgung von 450.000 Menschen in Stadt und Kreis.

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Die Sana Kliniken AG ist die viertgrößte private Klinikgruppe in Deutschland. Mit 31 privaten Krankenversicherungen als Aktionären stellt Sana eine Besonderheit auf dem Klinikmarkt dar. Die Klinikgruppe beschäftigt 26.100 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt 1,8 Milliarden Euro. Im Jahr 2012 wurden 1,59 Millionen Patienten behandelt. Die Sana-Kliniken umfassen 48 Krankenhäuser und zwölf Alten- und Pflegeheime.

mad

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