Protest-Mittagspause

Ballons gegen Reform: Sana-Geschäftsleitung mobilisiert Mitarbeiter 

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Mit der Aktionsmittagspause unterstützte das Sana-Klinikum die Kampagne „Krankenhausreform – so nicht!“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Offenbach - Zirka 130 der 2000 Sana-Mitarbeiter sind gestern einem Aufruf ihrer Geschäftsführung gefolgt und vor das Klinikum getreten. Gemeinsam ließen sie blaue Ballons mit roten Protest-Postkarten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) steigen.

Mitarbeiter-Kundgebungen sind für das große Offenbacher Krankenhaus nichts Ungewöhnliches. Ging es in der Vergangenheit meist um den Verbleib der Einrichtung in kommunaler Hand oder um tarifliche Auseinandersetzungen im öffentlichen Dienst, probten diesmal Geschäftsführung und Belegschaft den Schulterschluss. Wobei Erstere unübersehbar die treibende Kraft war: Mit weißem Kittel sticht der Ärztliche Direktor Professor Norbert Rilinger hervor.

„So nicht!“ steht auf den in den Himmel geschickten Postkarten. Damit will die Krankenhausgesellschaft ein weithin sichtbares Zeichen gegen die vom Bund geplante Krankenhausreform setzen. Professor Rilinger begründet die Kritik: „Wir sagen ja zu einer Qualitätsoffensive der deutschen Krankenhäuser, auch wenn diese vielerorts schon auf höchstem Niveau arbeiten. Aber wir sagen nein zur geplanten Krankenhausreform: So nicht!“

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Denn diese verschärfe zusätzlich die Finanzierungsproblematik der ohnehin schon häufig defizitär arbeitenden Kliniken und mache das Berufsfeld für den fachlichen Nachwuchs unattraktiv. Schon jetzt fehlten Pflegekräfte in vielen Häusern, offene Stellen könnten nicht besetzt werden, so Rilinger: „Die geplante Reform setzt nicht nur falsche Impulse, sie vernachlässigt auch viele wichtige Regelungsbereiche.“

Rückblick:

Demonstration der Klinikum-Mitarbeiter

Neben dem führenden Mediziner protestieren Pflegedienstdirektorin Sabine Braun, der kaufmännische Direktor Christian Blossey, Betriebsrat, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeiter. Sie alle vermissen Lösungsansätze, wie künftig der demografische Wandel, der zunehmenden Versorgungsbedarf oder der schon bestehende Fachkräftemangel zu bewältigen seien.

tk

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